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| 29.04.2010 |
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| DACIA DUSTER / Der Kompaktwagen im Geländelook der rumänischen Renault-Tochter ist preiswert. Dafür muss man Zugeständnisse bei der Sicherheit machen |
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VON INGO REUSS |
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Die Welt der kleinen SUVs wird immer vielseitiger. Seit einigen Wochen steht bei den Dacia-Händlern der kompakte Duster zu günstigen Preisen ab 11 900 Euro für das recht dürftig ausgestattete Basismodell mit 1,6-Liter-Benziner. Dacia liefert den außen kompakten, aber innen geräumigen SUV zunächst als Fronttriebler, aber bereits im Juni folgt eine Version mit Allradantrieb. Neben dem Benziner 1.6 stehen zwei Diesel 1.5 dCi zur Auswahl. Die Zeiten, in denen die Modelle im Off-Road-Look meist groß und teuer waren, sind inzwischen vorbei. Ursprünglich dachte Dacia beim neuen Duster vor allem an die Schwellenmärkte, aber inzwischen hat die Renault-Tochter auch die europäischen Kunden im Visier. Robuste und preiswerte Fahrzeuge sind nicht nur in den unwegsamen Gebieten wachstumsstarker Länder in Osteuropa, Südamerika und dem Mittleren Osten gefragt, sondern ebenso in Europa. Zielgruppe sind freizeitorientierte, jüngere Familien genauso, wie abseits auf dem Lande oder in den Bergen lebende Autofahrer. Beim Duster greift Dacia auf günstige Komponenten des Renault-Nissan-Konzerns zurück, so wie es Skoda beim erfolgreichen Konkurrenzmodell Yeti mit Teilen aus dem VW-Konzern macht. Bei der Klientel der kleinen, robusten SUVs zählen neben den Kosten das Platzangebot. Auf 4,31 Meter Außenlänge bietet der Duster viel Raum für vier Erwachsene und Gepäck. In der zweiten Reihe fühlen sich selbst groß gewachsene Passagieren wohl und haben viel Bewegungsfreiheit. Fast fürstlich sind Bein- und Kopffreiheit. Für die große Reise oder den Transport stehen je nach Sitzkonfiguration 475 bis 1636 Liter Stauvolumen bereit, geringfügig weniger (443 l/1604 l) sind es in den Allrad-Varianten. Für den Vortrieb sorgen im Duster die bekannten Renault-Motoren. Der 1,6-l-Benziner leistet 77 kW/105 PS, den 1,5-l-Dieselmotor gibt es in zwei Leistungsstärken: Mit 63 kW/86 PS und 79 kW/107 PS für den Duster 4x2 sowie 81 kW/110 PS für die 4x4-Version. Nur die beiden stärkeren sind mit Rußpartikelfilter ausgerüstet. Der schwächere Diesel ist erst von Ende 2010 an für die Allradversion verfügbar. Beide Selbstzünder sind mit 5,1 und 5,3 Liter pro 100 Kilometer im genormten Mix sparsam; der Co2-Ausstoß liegt entsprechend bei 135 und 139 g/km. Akzeptabel ist auch der Spritdurst des Benziners zwischen 7,5 (Fronttriebler) und 8,0 Liter Super auf 100 Kilometer. Nicht zuletzt profitieren die Werte von dem niedrigen Leergewicht des Duster: 1235 bis 1269 sind es je nach Ausstattung. Allerdings erfüllen nur der Diesel 1.5 dCi 110 FAP in beiden Antriebsarten und der Benziner 1.6 im 4x4 die Euro 5-Schadstoffnorm; die frontgetriebenen Versionen mit Fünfgang-getriebe begnügen sich mit Euro 4. Der von Allianzpartner Nissan stammende Allradantrieb wird über drei Modi gesteuert: Normal fährt der Duster frontgetrieben, auf rutschigem Untergrund werden bis zu fünfzig Prozent automatisch an die Hinterachse geleitet und schließlich kann der Fahrer per Knopfdruck bis 60 km/h in den Allradmodus mit fester Kraftverteilung 50 : 50 wechseln. In Sachen Sicherheit können heute zwei Frontairbags und Dreipunktgurte nicht mehr überzeugen. Erst ab der Ausstattungsstufe Ambiance schützen Seitenairbags Fahrer und Beifahrer. Nur im dCi 110 FAP kann der Schleuderschutz ESP für 300 Euro optional geordert werden. In der Stufe „Ambiance“ sind unter anderem Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorn und die Dachreling an Bord; dafür müssen 800 Euro Aufpreis bezahlt werden. Weitere 700 Euro für „Lauréate“ mit manueller Klimaanlage und 1000 Euro für „Prestige“ mit Leder und Klimaautomatik. Auf festen Straßen erreicht der Fahrkomfort das Niveau der Limousine Dacia Logan, auf der er auch basiert. Er rollt dann relativ komfortabel und leise ab. Abseits asphaltierter Wege macht die Bodenfreiheit von knapp 21 Zentimeter den front- und besonders den allradgetriebenen Duster fit für Off-Road-Abenteuer. Der Dacia Duster hat gute Chancen, ein weiteres Erfolgsmodell auch in Deutschland zu werden. Vermutlich sehen viele Käufer über Sicherheitsmängel hinweg und schauen nur auf die großzügigen Platzverhältnisse und den günstigen Preis. Vor allem ehemalige Gebrauchtwagenkäufer könnten auf den Duster mit dreijähriger Neuwagen-Garantie reflektieren. Zudem liegt der Einstiegspreis auf dem Niveau der nächstgrößeren Klasse, zu der Suzuki Grand Vitara und Kia Sportage zählen. Pro: günstiger Preis, Geräumigkeit, erhöhte Sitzposition, komfortable Abstimmung, bewährte Motoren, keine Klimaanlage für die Basisversion. Contra: Motoren mit Fünfganggetriebe nur Euro 4, ESP nur im Topmodell gegen Aufpreis (300 Euro), erfüllt bei passiver Sicherheit nur Minimalanforderungen (3 Sterne im N-Cap erwartet).
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