Dieser BMW hat nichts mit einem Serienfahrzeug zu tun. Foto: ©Martin Hangen
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Dieser BMW hat nichts mit einem Serienfahrzeug zu tun. Foto: ©Martin Hangen
Es gibt nur wenige Modelles des BMW M4 DTM. Und die sind in Handarbeit angefertig. Foto: ©Martin Hangen
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Es gibt nur wenige Modelles des BMW M4 DTM. Und die sind in Handarbeit angefertig. Foto: ©Martin Hangen
Das V8-Triebwerk läuft mit vier Litern Hubraum und rund 353 kW/480 PS. Foto: ©Martin Hangen
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Das V8-Triebwerk läuft mit vier Litern Hubraum und rund 353 kW/480 PS. Foto: ©Martin Hangen
Der Rennwagen wiegt 1129 Kilo und beschleunigt von 0 auf 100 km/h in weniger als drei Sekunden. Foto: ©Martin Hangen
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Der Rennwagen wiegt 1129 Kilo und beschleunigt von 0 auf 100 km/h in weniger als drei Sekunden. Foto: ©Martin Hangen
Wenig Platz im Inneren: Einsteigen kann man in den M4 DTM nur mit Hilfe eines Mechanikers. Foto: ©Martin Hangen
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Wenig Platz im Inneren: Einsteigen kann man in den M4 DTM nur mit Hilfe eines Mechanikers. Foto: ©Martin Hangen
Abbremsen in Kurven - nicht mit einem Rennwagen. Foto: ©Martin Hangen
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Abbremsen in Kurven - nicht mit einem Rennwagen. Foto: ©Martin Hangen

BMW M4 DTM: Höllenritt im Renntaxi

Wer hier mithalten will, muss verteufelt gut fahren können. Denn mit einem normalen Auto hat der umgebaute BMW M4-Rennwagen nicht mehr viel gemein. Aus gutem Grund darf er nur auf abgesperrten Strecken fahren - bei den Rennen zur DTM 2016.

Berlin (dpa-infocom) - Gegen ihn ist der BMW M4 ein Spielzeugauto und selbst das auf 700 Exemplare limitierte Spitzenmodell M4 GTS ein Massenprodukt. Denn das Auto, das BMW nun in die neue DTM-Saison schickt, ist exotisch, exklusiv und extrem.

Mit dem Serienfahrzeug jedenfalls hat der millionenschwere Rennwagen nichts gemein. Pro Saison werden in Handarbeit nicht mal ein Dutzend Fahrzeuge aufgebaut. Und die werden speziell für die Rundstrecke produziert.

Taxifahrt als Ritt auf der Marsrakete

Wenn am kommenden Wochenende in Hockenheim der erste DTM Lauf zur DTM 2016 gestartet wird, sitzen BMW-Fahrer wie Timo Glock oder Bruno Spengler natürlich allein am Steuer. Doch beim Warm-Up zur neuen Saison trainieren die Profis bisweilen im Renntaxi und laden sich mutige Gäste ein. Wer dieses Angebot annimmt, der begibt sich auf einen Höllenritt, der mit normalem Autofahrer etwa so viel gemein hat wie ein Charterflug nach Mallorca mit einer Nasa-Mission zum Mars.

Festgeschnallt wie in der Folterkammer

Schon das Einsteigen ist eine gymnastische Übung und gelingt nur mit Hilfe der Mechaniker. Denn erst wenn die Tür ausgehängt und der glühend heiße Auspuff mit einem Schutzschild abgedeckt ist, kann man sich irgendwie durch den schmalen Schlitz quetschen. Der Platz selbst, der zwischen dem hohen Schweller der Karbonkarosse und den Stäben des Überrollkäfigs noch bleibt, ist minimal.

Danach wird man festgezurrt in einer dünnen Schale aus Karbon, deren einziges Polster ein paar streifen Klebeband sind. Bewegen kann man sich darin nicht mehr. Aber bei dem, was dann passiert, ist das auch gut so.

Kanonenschläge beim Kavalierstart

Kaum hat der Mechaniker die Tür wieder eingehängt und den Daumen gereckt, lässt der Fahrer den Wagen an und die Erde beginnt zu Beben. In der Karbonhülle tobt dann ein eigens fürs Rennen entwickeltes V8-Triebwerk,das aus vier Litern Hubraum rund 353 kW/480 PS schöpft und allen Schallschutzgrenzwerten ein heißeres Husten entgegenschleudert.

Schon bei Standgas wackeln in der Boxengasse die Wände und wenn der PS-Profi raus auf die Rennstrecke beschleunigt, wirft der Asphalt Falten. Die Fehlzündungen klingen wie Kanonenschläge an Sylvester und das Brüllen bringt jedes Gespräch zum Erliegen.

Aus dem Gleichgewicht

Während der Fahrer mit eisigen Augen die Strecke fixiert und er wie ein Roboter nur ganz kleine, sehr schnelle Bewegungen an den beiden Holmen macht, die ihm zum Lenken genügen müssen, schwinden dem Beifahrer die Sinne. Die Augen suchen vergeblich Halt am Horizont, die Ohren beginnen zu klingeln, auf der Stirn sammelt sich der Schweiß und das Gleichgewicht verliert sich im nirgendwo. Gut, dass die letzte Mahlzeit schon Stunden her ist.

Karussell der Kurven

Dabei ist es weniger die Beschleunigung, die dem ungeübten Passagier seine Grenzen aufzeigt. Denn auch wenn der Rennwagen nur 1120 Kilo wiegt und von maximal 500 Nm in weniger als drei Sekunden von 0 auf 100 km/h geschleudert wird, kennt man das auch von besonders potenten Seriensportlern. Und mangels langer Geraden erreicht er heute beim Training kaum mehr als 200 Sachen. Sondern was einem in diesem Auto so schwer zu schaffen macht, das sind die irrwitzigen Fliehkräfte.

Wie im Schleudergang der Waschmaschine

Weil die hinten 320 Millimeter breiten Reifen wie Kaugummi am Asphalt kleben und der Abtrieb so groß ist, dass der M4 ab 240 km/h sogar kopfüber an der Decke fahren könnten, nimmt der Fahrer die meisten Kurven quasi ungebremst. Dazu noch die harten Stöße eines nahezu ungefederten Fahrwerks, der Lärm und die Hitze - so muss sich ein Tennisball fühlen, wenn er zum Schleudergang in die Trommel der Waschmaschine geraten ist.

Fazit: Einmal und nie wieder

Es ist eng, es ist laut, es ist heiß und die Fliehkraft zeigt sich von ihrer fiesesten Seite - so wird die Fahrt im umgebaute BMW M4-Rennwagen zum einmaligen Erlebnis: Einmalig, weil man diese Chance als Laie am Lenker wahrscheinlich nur einmal im Leben hat.

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