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Meuterei ausgeschlossen: Unser Autor und Kapitän Oliver Menner und seine Piratenbande entern begeistert den Espace.

Bequem segeln

Piratenschiff Ahoi! Der Renault Grand Espace

Der Grand Espace ist das Familienflaggschiff von Re­nault. „Espace“ heißt Raum, „grand“ heißt groß, und beides stimmt nach wie vor im Fall des immerhin seit 1984 produzierten Franko-Veteranen.

Leichtes Facelift: Der Espace ist nach Twizzy und Twingo das dritte Serienmodell mit dem neuen Markengesicht von Renault.

Im Vergangenen Jahr bekam der Autobahn-Schoner, der bisher weltweit über 1,2 Millionen Käufer fand, ein neues Facelift verpasst – mit neuem „Markengesicht“ vorne. Das meint vor allem die dunkle Kühlermaske mit dem großen Logo sowie den integrierten Scheinwerfern. Wir haben den Großen als Sondermodell Edition 25th , in dessen Inneren sich auch einiges tat, getestet:

Voller Durchblick: Aus dem luftigen Cockpit erschließt sich eine prima Sicht.

Hier lockt etwa der um (bis zu) 19 Prozent sparsamere Dieselmotor. Ein Kaufargument. Oder das herrliche Panorama-Glasschiebdach, das richtig Lust auf Segelsetzen macht. So ergeben sich jetzt insgesamt 7,4 Quadratmeter Fensterfläche. Und dank der gegabelten A-Säule im Kapitänsstand wirkt der Grand Espace noch mal besonders „luftig“. Zudem wartet unser „Schiff“ neben sinnstimmigen Zusätzen wie Licht- und Regensensor, Klimaautomatik, Keycard und Einparkhilfe hinten mit feinem Schnickschnack wie 4x20 Watt CD-, MP3-Radio und Bluetooth-Freisprechanage oder edlem Spezial-Lederpolster auf. Dazu gibt’s 17-Zoll-Leichtmetallräder, serienmäßig ­Bi-Xenonscheinwerfer und Scheinwerferreinigungsanlage. Freibeuter, fertig zum Entern!

Grand Espace dci 175 FAP 25th

Leistung: 173 PS
Höchstgeschw.: 204 km/h
0 auf 100 km/h: 9,8 sek.
Hubraum: 1995 ccm
Drehmoment: 360 Nm bei 1750 U/min
Radstand: 2868 mm
L/B/H:4856 x 1894 x 1746 mm
Wendekreis. 11,4 m
Zuladung: 1950 kg
Zulässiges Gewicht: 2655 kg
Basispreis:32.440 Euro

Blick ins „Steuerhaus“: Die neuen (digitalen) Navigationsinstrumente sind vielleicht etwas weit entfernt vom Kapitän, aber noch übersichtlich in der Hauptkonsole untergebracht. Netter, anfangs gewöhnungsbedürftiger Einfall: Die Bedien­elemente für Heizung und Klimaanlage sind an Backbord und Steuerbord bei Fahrer und Beifahrer über den Türlehnen angebracht. Solange man als Fahrer die Ergonomie des Fahrzeugs noch nicht blind beherrscht, bringt das etwas unsicheres Gefummel mit sich, will man nicht den Blick von der Straße nehmen. Nach ein paar Tagen geht’s aber …

Großzügig und flexibel: Im Espace findet wirklich alles Platz.

Am typischen Espace-Fahrstil hat sich auch 2013 nichts geändert: Der Grand ist – ganz Familienschaukel – weiter behaglich im Handling und fürs gemütlich-entspannte Cruisen gemacht. Dafür sorgt die weiche Federung, die den Zweitonner ruhig durch jeden Wellengang gleiten lässt, und die ausreichend starke, aber nicht übertrieben sportive Motorisierung. Zur Erklärung: Unser Testfahrzeug verfügte über einen 173-PS-Diesel/127 kW, der mit Schaltgetriebe jetzt auf die Euro-5-Norm abgestimmt ist. Rund neun Liter Diesel im Schnitt muss man allerdings schon durch die Schiffsturbinen jagen – was bei einem Van dieser Größe und dieser Gewichtsklasse (rund zwei Tonnen) allerdings kein wirklich schlechter Wert ist.

Ansonsten ist der Espace auch in der vierten Generation seinem Erfolgskonzept treu geblieben: Espace heißt nach wie vor Limousinentouch mit enorm viel Platz und hohem Komfort. Kapitän und Erster Maat haben’s vorne sehr bequem – und vollends zur Luxusjacht für die Crew hinten mutierte unser Segler dank DVD-DiVX-Player und in Kopfstützen integrierten Farbbildschirmen inklusive zweier kabelloser Infrarot-Kopfhörer. Da ist Meuterei selbst auf ausgedehnter Weltumsegelung ausgeschlossen!

Oliver Menner

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