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Sebastian und Alfons Schuhbeck (r.) verhandeln über die Domain www.schuhbeck.com.

Star-Koch Schuhbeck verklagt Lehrer Schuhbeck

Traunstein – Schuhbeck gegen Schuhbeck- Das ist kein Kochduell, sondern ein ernster Streit, der demnächst vor Gericht ausgetragen wird. Der Starkoch Alfons verklagt seinen Verwandten Sebastian:

Meisterkoch Alfons Schuhbeck klagt gegen den Lehrer Sebastian Schuhbeck auf Herausgabe von dessen schon seit 2004 betriebener Internet-Domain www.schuhbeck.com. Pikanterweise handelt es sich bei dem Beklagten ausgerechnet um einen Verwandten von dem Sebastian Schuhbeck, der Alfons (seinerzeit noch Alfons Karg) durch Adoption überhaupt erst in den Schuhbeck-Clan aufgenommen hat. Anfang Dezember beginnt der Prozess.

Üblicherweise hat man mit so einem Ansinnen keinen Erfolg, denn auch im Internet gilt der so genannte Prioritätsgrundsatz, das heißt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Und nachdem Sebastian Schuhbeck diese Website unter der genannten Domain schon seit inzwischen fast acht Jahren betreibt, ist der Fall eigentlich erledigt. Aber nur fast, denn Alfons Schuhbeck beruft sich auf seinen „überragenden Bekanntheitsgrad“ und zitiert ein Urteil des BGH im Fall Shell.de.

Im Fall Shell besaß eine Privatperson die Domain www.shell.de und wollte diese gewinnbringend an die Firma Shell verkaufen. Das Gericht urteilte allerdings, dass die Marke Shell einen „überragenden Bekanntheitsgrad“ hat, sodass man beim Aufrufen der Domain www.shell.de auch den Internetauftritt des Energieunternehmens erwarten kann. Deshalb musste der Beklagt die Domain an Shell abtreten.

Die Anklage begründet der Anwalt von Alfons Schuhbeck folgendermaßen: "Als Markeninhaber und aufgrund des überragenden Bekanntheitsgrades der Marke Schuhbeck im geschäftlichen Verkehr, haben wir im Hinblick auf die Domainregistrierung Vorrechte, die den Prioritätsgrundsatz in diesem Zusammenhang durchbrechen."

Doch besitzt Alfons Schuhbeck einen solchen „überragenden Bekanntheitsgrad“ wie die international bekannte Marke Shell?

Sebastian Schuhbeck will das nicht gelten lassen. Gegenüber merkur-online.de sagt er: „Zugegeben, durch seine Auftritte in Koch-Shows hat Alfons bei der Zielgruppe solcher Sendungen eine gewisse überregionale Bekanntheit erlangt, aber seinen Bekanntheitsgrad generell auf eine Stufe mit Shell zu stellen, halte ich … vorsichtig formuliert … für etwas kühn.“

Sebastian Schuhbeck ist Gymnasiallehrer für Englisch und Katholische Religionslehre und „Bayerischer Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht“. So besitzt auch er einen gewissen Bekanntheitsgrad und bietet unter der Domain www.schuhbeck.com sein Webangebot als „Bayerischer Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht“ an. Anders als im Fall Shell, handelt es sich im Fall Schuhbeck um die internationale com-Domain und nicht um die deutsche Domain www.schuhbeck.de, da diese bereits im Besitz von Alfons Schuhbeck ist. Außerdem ist der Beklagte – ganz im Gegensatz zu Alfons Schuhbeck – ein gebürtiger Schuhbeck. Alfons wurde bekanntlich erst als junger Erwachsener von dem Waginger Gastwirt Sebastian Schuhbeck, einem Verwandten des nun beklagten Sebastian Schuhbeck, adoptiert.

Abschließend meint der Religionslehrer – nicht ohne ein Augenzwinkern: „Mir ist schon klar, dass das ein Kampf David gegen Goliath ist, aber wir alle wissen ja, dass David den Kampf damals letztlich gewonnen hat!“

ikr

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