Tankstelle Bad Windsheim Amoklauf
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Die Tankstelle in Bad Windsheim, an der der mutmaßliche Amok-Schütze festgenommen wurde.

Nach Amoklauf mit zwei Toten

Minister fordert: Ehrung für Überwältiger des Amok-Schützen

Bad Windsheim - Nach dem Amoklauf mit zwei Toten in Mittelfranken sollen die Tankstellen-Mitarbeiter aus Bad Winsheim geehrt werden. Sie überwältigten den Amokschützen.

Nach der Amokfahrt mit zwei Toten in Mittelfranken schlägt Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) die Tankstellen-Mitarbeiter aus Bad Windsheim für eine Ehrung vor. Sie überwältigten den mutmaßlichen Schützen und hielten ihn fest, bis die Polizei kam. Für ihren „tapferen und entschlossenen“ Einsatz sollten sie die bayerische Rettungsmedaille oder eine andere Auszeichnung erhalten, schrieben Schmidt und der Landtagsabgeordnete Hans Herold an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). „Sie haben das in großer Gefahr für sich selbst getan, um weiteres Morden zu verhindern.“ Eine Sprecherin von Schmidt bestätigte am Dienstag entsprechende Medienberichte.

Schmidt, der aus dem wenige Kilometer entfernten Obernzenn stammt, sei langjähriger Kunde der Bad Windsheimer Tankstelle mit angeschlossener Werkstatt, sagte seine Sprecherin. Ausgerechnet am vergangenen Freitag habe er sein Auto zur Reparatur dorthin bringen wollen. Aus terminlichen Gründen habe er das dann aber doch nicht geschafft.

Ein psychisch kranker 47-Jähriger soll am Freitag in Leutershausen (Landkreis Ansbach) eine 82 Jahre alte Frau und einen 72 Jahre alten Radfahrer erschossen haben. Danach flüchtete er bis ins rund 30 Kilometer entfernte Bad Windsheim. Auf seiner Fahrt soll er weitere Menschen bedroht und verletzt haben.

Bei einem Stopp an der Tankstelle legte der mutmaßliche Täter seine Waffe kurz auf dem Tresen ab. Diesen Moment nutzte die Kassiererin und schnappte sich die Pistole. Wie die „Windsheimer Zeitung“ (Dienstag) berichtete, rief die 46-jährige Frau „Ich habe die Waffe“ und rannte auf die Toilette, wo sie sich einschloss.

Der mutmaßliche Täter rannte laut den Ermittlern daraufhin zu seinem Auto, in dem eine weitere Waffe lag. Doch bevor er den Wagen erreichte, überwältigten ihn zwei Mechaniker. Nach Informationen der Zeitung bekamen der 44-Jährige und sein 48-jähriger Kollege dabei Hilfe von drei weiteren Männern - zwei Kunden und einem Werkstatt-Mitarbeiter. Zu fünft hätten sie den Amokläufer festgesetzt und nach einigem Gerangel mit Kabelbindern gefesselt.

Erst als die Fünf den Mann unter Kontrolle gebracht hätten, habe der 44-Jährige seinen Kollegen von dem Amoklauf erzählen können. „Davor dachten wir, es ist nur ein Tankstellen­Überfall. Wir hatten unheimliches Glück“, sagte der 48-Jährige der Zeitung.

dpa

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