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Spaziergänger hatten das Autowrack entdeckt, Beamte trafen die 40-jährige Fahrerin danach unversehrt in ihrer Wohnung an.

Frau kommt unverletzt davon 

Der unfassbare Auto-Flug vom Staffelberg

Bad Staffelstein - Eine Mutter (40) verliert im Auto die Orientierung und stürzt 50 Meter in die Tiefe – wie durch ein Wunder bleibt sie unverletzt!

Um kurz nach 17 Uhr wurde am Mittwoch die Feuerwehr mit einer eigentlich routiniert klingenden Meldung alarmiert: „Verkehrsunfall mit wohl eingeklemmter Person im Bereich des Staffelbergs.“ Spaziergänger hatten ein Wrack an der Erhebung gesehen, einem beliebten Ausflugsziel in der fränkischen Schweiz, das trotz nur 539 Metern Seehöhe einen herrlichem Blick in das Obermaintal garantiert. Kreisbrandrat Timm Vogler vom Kreis Lichtenfels: „Als wir das Plateau angefahren haben, haben wir festgestellt, dass wir nichts von einem Unfall sehen.“ Erst als sich die Blicke von der Felswand nach unten richteten, wurde ein roter Wagen entdeckt – mitten im Wald, auf Rädern stehend – menschenleer. Was war hier passiert?

Zunächst suchten Polizisten und Feuerwehrmänner nach einem Opfer, auch Hubschrauber wurden eingesetzt. Doch keine Spur von einer möglicherweise verletzten Person. Eine Streife fuhr nach Lichtenfels, wo die Besitzerin des VW Caddys gemeldet war, sie trafen die Frau an: Die munter wirkende 40-Jährige erzählte ein Geschichte, die die Polizisten mit offenem Mund quittierten …

So demoliert war das Fahrzeug nach dem Unfall. Die Frau blieb unverletzt.

In der Nacht auf Dienstag, zu einem Zeitpunkt, als es in der Gegend wie aus Kübeln schüttete und sehr schlechte Sicht herrschte, sei sie zum Staffelberg gefahren. Aus Sorge um ihren Sohn (16), der sich dort oben gerne aufhielte. Um die Straße aufs Plateau zu benutzen, braucht man zwar eine Sondergenehmigung. Das ignorierte die Frau. Irgendwie verlor sie nun oben wegen des Regens die Orientierung und steuerte direkt auf den Abhang zu. Sekunden später ging der VW Caddy über die Kante, kippte und stürzte zwölf Meter im freien Fall auf eine Kiefer. Das Gewicht des Wagens, so schätzte in einer ersten Annahme Gerald Storath, Hauptkommissar in der Polizeistation Bad Staffelstein, bog den Baum „ähnlich wie eine Wippe zu Boden, so dass der Pkw relativ sanft auf dem Gelände unterhalb der Felsen aufsetzte“.

Tja, weshalb befand sich aber nun das Auto nicht an der Kiefer, deren Rinde auf einigen Metern Länge weggesäbelt wurde? Auch für das gibt es eine erste Erklärung: Das Auto rollte nach dem Aufsetzen einmal langsam um die eigene Längsachse, kam wieder auf die Räder und hatte noch so viel Schwung mitgenommen, dass es sich noch 50 Meter durchs Unterholz schob, wo es schließlich dastand wie geparkt.

Die 40-Jährige überlebte den Flug bis auf ein paar leichten Prellungen unverletzt, sie tat das, was wohl jeder nach dem Parken macht: Zündschlüssel raus, Handbremse rein! Und schließlich marschierte sie heim und legte sich ins Bett.

In der Sache gibt es mysteriöse Facetten. Der vordere Airbag hatte nicht ausgelöst, aber der seitliche. Und die Fahrerin machte am Mittwochmorgen mit einem Anwalt einen Termin aus, um über den Vorfall zu sprechen. Bei der Polizei meldete sie sich nicht. Das bringt ihr nun ein Ermittlungsverfahren wegen Unfallflucht ein. Außerdem soll ein Gutachter einige Fragen klären. Für die Feuerwehr war übrigens die Bergung des Autos mit Anstrengung verbunden: Um an den VW zu kommen, mussten die Helfer eine Schneise in den Wald schlagen.

mc

Markus Christandl

Markus Christandl

E-Mail:markus.christandl@tz.de

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