Eine Mutter ist angeklagt, weil sie ihre beiden Babys nicht versorgt und in der Erde vergraben haben soll.
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Eine Mutter ist angeklagt, weil sie ihre beiden Babys nicht versorgt und in der Erde vergraben haben soll.

Prozess am Landgericht Hof

Baby-Mord: Staatsanwalt fordert acht Jahre Haft

Hof - Eine 53-jährige Frau muss sich vor Gericht für den Tod von zwei ihrer Babys verantworten. Jetzt hat der Staatsanwalt das Plädoyer gehalten. Er fordert Gefängnis.

Eine Mutter steht vor Gericht, wie sie vor mehr als 25 Jahren ihre beiden Babys nicht versorgt und stattdessen in der Erde vergraben haben soll. Die toten Säuglinge waren im Vorjahr bei Bauarbeiten in Bad Alexandersbad (Landkreis Wunsiedel) entdeckt worden.

Etwa vier Wochen nach dem Babyleichen-Fund war die Mutter als mutmaßliche Täterin festgenommen worden. Vor der Polizei legte sie ein Geständnis ab. Genau das kritisierte ihr Verteidiger in der Verhandlung mehrmals heftig: Seine Mandantin sei direkt von einer Fernreise zurückgekehrt, sei erschöpft gewesen und über ihre Rechte nicht aufgeklärt worden. Zudem steht nach Ansicht des Verteidigers überhaupt nicht fest, ob die Babys bei der Geburt gelebt hatten. Gutachten konnten in dem Verfahren nicht eindeutig klären, ob die Kinder nach der Geburt überhaupt lebensfähig waren. Die Leichen waren zu stark verwest.

Staatsanwaltschaft: Niedere Beweggründe

Die Staatsanwaltschaft dagegen betonte: „Die Angeklagte hat sich des Mordes durch Unterlassen in zwei Fällen schuldig gemacht.“ Deshalb plädierte der Staatsanwalt für eine Haftstrafe von acht Jahren. Oberstaatsanwalt Reiner Laib sagte am Freitag beim Mordprozess vor dem Landgericht Hof, die 53-Jährige habe aus niederen Beweggründen ihre Babys sterben lassen. Sie habe ihren Lebensstandard wegen zweier weiterer Kinder in Gefahr gesehen. Außerdem habe sie das Gerede gefürchtet. Auf die Forderung nach einer lebenslangen Haftstrafe verzichtete Laib, da die Angeklagte bislang noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sei.

Die Angeklagte hatte zu den Vorwürfen vor Gericht geschwiegen. Eine psychische Erkrankung der Angeklagten hat ein Gutachter ausgeschlossen, sie ist deshalb voll schuldfähig. Das Gericht fällt am Mittwoch das Urteil.

dpa

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