Bahn bleibt Betreiber

Bayern stoppt S-Bahn-Privatisierung

München - Der Freistaat stoppt die Privatisierung der S-Bahn: Die Deutsche Bahn bleibt bis auf weiteres Betreiber des Münchner Nahverkehrsnetzes.

Die Deutsche Bahn bekommt eine lukrative Vertragsverlängerung. Sie bleibt bis auf weiteres Betreiber der S-Bahn München, erfuhr unsere Zeitung. Offiziell will Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) die Entscheidung heute bekanntgeben.

Der Vertrag mit der DB läuft eigentlich im Dezember 2017 aus. Dann muss die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats den Nah- und Regionalverkehr vergibt, das S-Bahn-Netz neu ausschreiben. In Kreisen der DB war befürchtet worden, dass es am Ende so läuft wie bei der Nürnberger S-Bahn. Dort hat den Vertrag die britische National Express ergattert – nach einem Gerichtsurteil gibt es für die DB nur noch geringe Chancen, diese Entscheidung rückgängig zu machen.

Bei der Neuvergabe des S-Bahn-Netzes München ist der Freistaat jetzt vorsichtiger. Herrmann selbst spricht von einem „Drei-Stufen-Konzept“. Weil die Ausschreibung des weit verzweigten Netzes mit acht Linien und 150 Bahnhöfen kompliziert ist, soll der Vertrag mit der Deutschen Bahn bis 2020 ohne grundlegende Änderungen verlängert werden. In einer zweiten Stufe gibt es dann einen Vertrag bis zur Inbetriebnahme des zweiten Stammstreckentunnels, also bis mindestens 2025 – ebenfalls mit der Deutschen Bahn. Allerdings muss sie dann damit rechnen, dass sie ihre Gewinne aus dem S-Bahn-Betrieb von geschätzt 50 Millionen Euro jährlich offenlegen und dem Freistaat zur Optimierung des Bahnbetriebs zur Verfügung stellen muss – dieser so genannte Bruttovertrag ist eine Auflage des Landtags. In dieser zweiten Stufe würde der Vertrag erst enden, wenn der zweite Tunnel ausreichend erprobt ist. Erst dann sollen in einer dritten Stufe die Karten neu gemischt und der S-Bahn-Betrieb neu ausgeschrieben werden. Dann ist auch Ersatz für die derzeit 238 Triebzüge notwendig. BEG-Chefs Johann Niggl hat erklärt, dass das S-Bahn-Netz nur in einem Paket vergeben werden soll. Würde jede Linie einem anderen Betreiber zugeordnet, wäre der Betrieb zu kompliziert.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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