Auch Bayern verwendet Grippemittel nach Ablauf weiter

München - Die Notfallarzneien für eine Grippe-Pandemie werden in Bayern wie in anderen Bundesländern auch nach Ablauf ihres Verfallsdatums verwendet.

„Nach Auffassung aller Länder sind die eingelagerten Vorräte grundsätzlich auch nach Ablauf des Verfallsdatums einsetzbar, solange sie stabil sind“, erläuterte das Gesundheitsministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. „Nach aktuellen Untersuchungen sind die eingelagerten Vorräte stabil - und damit die Arzneimittel nach wie vor wirksam.“

Die Vorräte waren laut Ministerium in mehreren Schritten wegen der Vogelgrippe 2005 und der befürchteten Influenza-Pandemie 2009 angeschafft worden. Es handele sich um etwa 1,3 Millionen Therapieeinheiten des antiviralen Medikaments Tamiflu. Zudem sei das dieser Arznei zugrundeliegende Wirkstoffpulver sowie das ebenfalls antiviral wirkende Relenza beschafft worden. Die Kosten betrugen rund 55 Millionen Euro. Aus Sorge vor einer Grippe-Pandemie seien die Vorräte 2009 für 30 Prozent der bayerischen Bevölkerung aufgestockt worden.

Auch für andere Notfälle hat der Freistaat Vorsorge getragen: Zum Schutz vor der Einlagerung von radioaktivem Jod in die Schilddrüse nach einem Atom-Unfall gibt es Vorräte von Kaliumiodidtabletten.

dpa

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