Opfer wollte Frauen helfen

Brutale U-Bahn-Schläger von Fürth festgenommen

Fürth - Vier mutmaßliche U-Bahn-Schläger wurden festgenommen. Sie hatten am Sonntag einen jungen Mann in Fürth bewusstlos geprügelt, der drei bedrängten Mädchen zu Hilfe gekommen war.

Nach tagelanger Fahndung hat die Polizei die vier mutmaßlichen Fürther U-Bahn-Schläger festgenommen. Zwei Verdächtige seien am Donnerstag zu Hause in Polizeigewahrsam genommen worden.Die beiden anderen mutmaßlichen Mitglieder der Schlägerbande hätten sich später in Begleitung von Angehörigen gestellt, teilte die Polizei mit. Ob die vier zwischen 14 und 18 Jahre alten Fürther in Untersuchungshaft kommen, war zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft prüfe einen entsprechenden Antrag, sagte ein Polizeisprecher.

Überwachungsvideos haben sie überführt

Überführt worden seien die vier Jugendlichen mit Hilfe eines Überwachungsvideos in der U-Bahnstation des Fürther Hauptbahnhofs. Eine Kamera habe sie gefilmt, als sie den Bahnsteig verließen.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte sich erleichtert über den Fahndungserfolg. „Auch ich bin über die Gewalttätigkeit der Täter erschüttert“, sagte er. Dem Opfer sei er dankbar, „dass er den drei jungen Frauen mit großer Zivilcourage geholfen hat“, sagte er am Rande einer Pressekonferenz in Nürnberg.

Opfer wollte nur helfen

Die Jugendlichen stehen im Verdacht, am Sonntag in Fürth einen 26 Jahre alten Mann bewusstlos geprügelt zu haben. Er war eingeschritten, als sie in der U-Bahn drei Mädchen belästigt hatten. Nach Schilderungen anderer Fahrgäste hatten die vier die Mädchen beleidigt und begrapscht. Das Quartett schubste den 26-Jährigen zunächst weg und bedrohte ihn. Später versperrten sie dem beherzt auftretenden Fürther beim Verlassen der U-Bahn den Weg und schlugen ihn brutal zusammen.

Erst als andere Fahrgäste sich einschalteten, ließen die Täter von dem Mann ab - aber nur, um ihn vor dem Fürther Hauptbahnhof abzupassen. Dort schlugen sie ihn erneut zusammen und traten so lange gegen seinen Kopf, bis er bewusstlos war. Als der 26-Jährige wieder zu sich kam, waren die Täter verschwunden. Inzwischen hat der 26 Jahre alte Mann das Krankenhaus verlassen, wo er wegen Prellungen und Schürfwunden mehrere Tage lang behandelt worden war. Ein Polizeisprecher sagte, trotz der Brutalität der Täter sei der Mann mit leichteren Verletzungen davongekommen.

In den vergangenen Jahren hatten in Bayern immer wieder brutale Übergriffe auf S- oder U-Bahn-Fahrgäste für Schlagzeilen gesorgt. So hatten im September 2009 zwei Jugendliche den 50-jährigen Dominik Brunner zu Tode geprügelt, als dieser sich schützend vor vier Kinder stellte. Im April 2010 hatte ein 24 Jahre alter Mann an einer Nürnberger U-Bahnstation einen Jugendlichen brutal zusammengeschlagen; dieser hatte sich abfällig über die Tasche von dessen Freundin geäußert. Der Schläger sollte rechtsextremen Kreisen angehören.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Meistgelesene Artikel

Video: Reisebus und Parkhaus in Flammen

Bad Wörishofen - Ein brennender Reisebus im schwäbischen Kurort Bad Wörishofen (Landkreis Unterallgäu) hat einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst.
Video: Reisebus und Parkhaus in Flammen

Mann schlägt mit Gartenhacke auf Frau ein - Sieben Jahre Haft

Aschaffenburg - Mit einer Gartenhacke und einem Holzknüppel hat ein Mann in Aschaffenburg die Bewohnerin eines Obdachlosenheims niedergeschlagen. Das Landgericht …
Mann schlägt mit Gartenhacke auf Frau ein - Sieben Jahre Haft

Schaurige Prognose: Erst Sonne, dann heftige Unwetter

München - Was war das nur für ein Start in die letzte Maiwoche? Am Dienstag herrschte Dauerregen und bei den kühlen Temperaturen dazu kam es einem vor, als stehe der …
Schaurige Prognose: Erst Sonne, dann heftige Unwetter

Giraffe in Nürnberger Tiergarten nach Halsverletzung eingeschläfert

Nürnberg - Trauriger Tag für den Nürnberger Tierpark. Eine Giraffe hatte sich dort so schwer verletzt, dass das Tier eingeschläfert werden musste.
Giraffe in Nürnberger Tiergarten nach Halsverletzung eingeschläfert

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion