Doppelt so viele wie 2014

Schuld ist die Hitze: Zahl der Badetoten am Bodensee steigt

Friedrichshafen - Die vermeintliche Erfrischung im See wirkt gerade auf ältere Menschen oft wie ein Kälteschock. Und der kann tödlich sein. Auch am Wochenende starben in Bayern Menschen beim Baden.

In Schwaben sind am Wochenende zwei Menschen beim Baden ums Leben gekommen, ein weiterer wurde in kritischem Zustand in eine Klinik gebracht. Am Samstag zog nach Polizeiangaben ein Mann einen 85-Jährigen bei Lindau tot aus dem Bodensee. Der Kleingärtner hatte den leblosen Körper etwa 15 Meter vom Ufer entfernt im Wasser treiben sehen. In Breitenthal (Kreis Günzburg) ertrank ein 80-Jähriger in einem Badeweiher. Taucher entdeckten die Leiche des Mannes in drei Metern Tiefe.

Ein spanischer Student verunglückte beim Baden nahe Friedberg. Der 25-Jährige hatte im Planschbereich eines Baggersees den Halt verloren und war untergegangen. Badegäste alarmierten die Rettung. Taucher zogen den 25-Jährigen ans Ufer. Er musste reanimiert werden.

Mit dem neuen Fall sind allein am Bodensee bislang in diesem Jahr mindestens 22 Menschen bei Badeunfällen verunglückt. Die Retter hatten bis Ende Juli bereits 21 Verunglückte registriert: 14 Menschen waren bis dahin an den Ufern von Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und der Schweiz ertrunken, 6 weitere wurden verletzt und ein Badeopfer wird noch vermisst. Dies sei quasi eine Verdoppelung der Fälle gegenüber dem Vorjahr, sagte der Leiter der Wasserschutzpolizei Friedrichshafen, Christoph Mandalka.

Der Grund für die Steigerung sei die Hitzewelle. „Wir haben selten so lange Hitzeperioden mit Temperaturen weit über 35 Grad“, sagte Mandalka. So endete Mitte Juli innerhalb von nur zehn Tagen der Badetrip am Bodensee für sechs Menschen tödlich: Bei diesen Notfällen habe es sich immer um Menschen älter als 70 gehandelt, die im Bereich Konstanz ertranken, teilten die Behörden mit.

Wenn die Menschen bei großer Hitze ins Wasser gingen, ohne sich vorher abzukühlen, sei das wie ein Kälteschock, den der Organismus erstmal verarbeiten müsse, sagte Mandalka. Zudem seien die Verunglückten überwiegend Ältere, von denen viele bereits Vorerkrankungen gehabt hätten. Es sei daher wichtig, immer langsam in das kühle Wasser zu gehen und möglichst immer zu zweit zu schwimmen, um im Notfall schnell Hilfe holen zu können.

dpa

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