Regierung hält Zusagen nicht ein

Nach Hochwasser: Feuerwehren fühlen sich allein gelassen

Amberg - Die Bilder des Jahrhunderthochwassers vor mehr als zwei Jahren sind noch in allen Köpfen. Versprechungen und Zusagen für einen effektiven Hochwasserschutz gab es in der Folge zuhauf. Die Feuerwehren in Bayern beklagen nun, dass diese aber nicht eingehalten werden.

Nach der Hochwasserkatastrophe im Frühsommer 2013 fehlen den bayerischen Feuerwehren noch immer moderne Geräte. „Wir haben nach der Katastrophe einen Forderungskatalog erstellt und von der Staatsregierung eine Zusage bekommen. Geschehen ist seitdem aber nicht viel“, kritisierte der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes, Alfons Weinzierl, aus Anlass der 22. Versammlung des Verbandes in Amberg. Mehr als 300 Delegierte der Feuerwehren werden bis Samstag bei der Tagung in der Oberpfalz erwartet, am zweiten Tag will auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kommen.

„Um schnell und effektiv bei Hochwasserlagen helfen zu können, benötigen wir unter anderem Hochleistungsfördersysteme, die bis zu 50.000 Liter pro Minute abpumpen können“, erläuterte Weinzierl, der selbst seit mehr als 40 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr ist. Die Staatsregierung agiere jedoch zu zögerlich, weil noch nicht einmal die Ausschreibung für die Geräte erfolgt sei. Insgesamt gehe es um eine Investition von 17,5 Millionen Euro. Weinzierl forderte, dass im kommenden Jahr die ersten Geräte ausgeliefert werden müssen.

Auch den Bund kritisierte der Verbandsvorsitzende. „Der Bund lässt die Feuerwehren fallen, weil er den eigenen Vorgaben nicht nachkommt“, sagte der 56-Jährige. 2007 hätten die Innenminister beschlossen, jedes Jahr 57 Millionen Euro vor allem für Spezialfahrzeuge bereits zustellen. „Es wurden aber jährlich nur bis zu 50 Millionen gegeben.“

Wie viele Vereine versuchen die Freiwilligen Feuerwehren auch, neue Mitglieder zu gewinnen. Deshalb startet in der kommenden Woche eine Aktion, mit der Frauen für die Arbeit bei der Feuerwehr begeistert werden sollen. Derzeit sind in Bayern rund 320 000 Menschen bei den Feuerwehren engagiert, der Frauenanteil liegt bei acht Prozent. Den Frauen müsse die Angst vor dem mitunter schweren körperlichen Einsatz genommen werden, betonte Weinzierl. „Dabei sind Frauen im Feuerwehrdienst oftmals der ruhende Pol und sie sorgen für Ausgeglichenheit.“

dpa

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