+

Spezialisten der Airforce angerückt

Absturz von US-Militärjet: Pilot nimmt es gelassen

Creußen - Sechs Übungsbomben fallen zu Boden, auch zwei Zusatztanks wirft die Maschine ab. Dann betätigt der Pilot seinen Schleudersitz und der Militärjet stürzt in einen Wald. Im "Nordbayerischen Kurier" spricht der Pilot.

Nach dem aufsehenerregenden Absturz eines US-Militärjets vom Typ F-16 in Oberfranken sind Spezialisten der US-amerikanischen Luftwaffe angerückt. Sie sollen die Flugzeugteile untersuchen, um die näheren Umstände des Unfalls zu klären. Das Wrack des abgestürzten Jets vom Typ F-16 werde rund um die Uhr bewacht, sagte eine Militärsprecherin am Mittwoch. Kurz vor dem Absturz der Maschine am Dienstagvormittag hatte sich der Pilot dank des Schleudersitzes retten können.

Der amerikanische Pilot ist nahezu unverletzt geblieben. Der "Nordbayerische Kurier" hat mit dem Mann im Klinikum Bayreuth gesprochen - seine Uniform hatte er immer noch an. "Was sollte ich tragen?", fragte Pilot Ryan keck. Überhaupt scheint er den Absturz recht locker weggesteckt zu haben. "Viel Glück!" wünscht er den Experten, die nun an der Absturzstelle nach den Kerosintanks suchen. Die habe er abgeworfen, um Ballast loszuwerden und vielleicht wieder durchstarten zu können, erklärte Ryan. Das sei jedoch nicht gelungen. Da blieb ihm nur der Schleudersitz. Ob es sein erster Absturz war? "Ja. Und ich hoffe mein letzter.  Ich habe immerhin eine 30-Millionen-Dollar-Maschine kaputt gemacht.

Am Dienstagvormittag war der Mehrzweckjäger vermutlich wegen eines Triebwerkschadens über der Grenze zwischen den bayerischen Landkreisen Bayreuth (Oberfranken) und Neustadt an der Waldnaab (Oberpfalz) in einen schwer zugänglichen Wald in der Nähe der Ortschaften Creußen und Engelmannsreuth abgestürzt.

Noch am Dienstagabend wurden die beiden Reservetanks gefunden, die sich an Bord befunden hatten und die der Pilot noch kurz vorher abgeworfen hatte. Einer war nach Behördenangaben noch intakt, einer beschädigt. 

Flugzeugabsturz in Oberfranken: Pilot rettet sich mit Schleudersitz

Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz aus der Maschine und wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Zwei Augenzeugen mussten wegen Kreislaufproblemen ärztlich versorgt werden. Nach Angaben des US-Militärs war das Flugzeug am Morgen vom Stützpunkt Spangdahlem in Rheinland-Pfalz zu einem Übungsflug nach Grafenwöhr (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) aufgebrochen. Die Maschine gehörte dem 480. Kampfgeschwader an.

Die Maschine war in Spangdahlem in der Eifel zu einem Übungsflug zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr gestartet. Dort sollte der Pilot die Übungsmunition abwerfen, drehen und wieder zurück in die Eifel fliegen.

Für Notfälle trainiert

Die genaue Ursache für den Absturz ist nach Angaben des US-Stützpunktes Spangdahlem in Rheinland-Pfalz nach wie vor unklar. In einer Mitteilung vom Mittwoch versicherte Vizekommandeur Steve Horton, dass die Piloten auf derartige Vorfälle gut vorbereitet seien. Durch umfangreiches Training seien sie für eine Vielzahl von Krisen sowohl am Boden als auch in der Luft gewappnet. Nochmals betonte Horton, dass sich keine scharfe Munition an Bord befunden habe.

Nach Angaben von Polizei und US-Militär hatte der Pilot vor dem Absturz sechs Übungsbomben, die zum Großteil aus Zement sowie einem Zünder bestehen, sowie zwei Treibstoff-Zusatztanks abgeworfen. Das Flugzeug stürzte in einen Waldabschnitt mit sehr unwegsamen Gelände.

Feldjäger der Bundeswehr und das US-Militär schirmten die Absturzstelle im Wald auch am Mittwoch ab. Am Dienstag waren bis zu 400 Einsatzkräfte nach Engelmannsreuth gekommen - darunter Feuerwehren, Rettungsdienste und das Technische Hilfswerk. Es war zunächst befürchtet worden, der Absturz könne angesichts der Trockenheit einen Waldbrand auslösen.

dpa/wes

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Missbrauchsvorwürfe gegen Stadtpfarrer von Pfaffenhofen

Pfaffenhofen an der Ilm - Der Stadtpfarrer von Pfaffenhofen  steht unter Missbrauchsverdacht. Das wurde während des Fronleichnams-Gottesdienstes bekannt, die Prozession …
Missbrauchsvorwürfe gegen Stadtpfarrer von Pfaffenhofen

In Zuschauer gefahren: Verletzte bei Oldtimer-Rallye

Maxlrain - Bei einer Oldtimer-Rallye im oberbayerischen Maxlrain (Landkreis Rosenheim) ist es an Fronleichnam zu einem folgenschweren Unfall gekommen.
In Zuschauer gefahren: Verletzte bei Oldtimer-Rallye

Fronleichnam: Katholiken feiern bayernweit

München - Mit Prozessionen und Gottesdiensten unter freiem Himmel haben die Katholiken in Bayern am Donnerstag das Fronleichnamsfest begangen.
Fronleichnam: Katholiken feiern bayernweit

Tödlicher Betriebsunfall: Mann stürzt von Gabelstapler

Rohrdorf - Auf einem Firmengelände in Rohrdorf (Landkreis Rosenheim) hat ein 62-Jähriger am Mittwoch den Sturz von einer Arbeitsbühne, die an einem Gabelstapler …
Tödlicher Betriebsunfall: Mann stürzt von Gabelstapler

Kommentare