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Zum Tag der Franken erscheint die Hersbrucker Zeitung komplett auf "Frengisch".

Alles auf "Frengisch"

Tag der Franken: Lokalzeitung erscheint im Dialekt

Nürnberg - Komplett auf "Frengisch". So erscheint am Samstag die Hersbrucker Zeitung. Anlass ist ein ganz spezieller Tag.

Der Tag der Franken wird in den fränkischen Regierungsbezirken meist am ersten Wochenende im Juli gefeiert. Dabei handelt es sich um einen noch jungen Festtag, der auf ein historisches Datum zurückgeht: Das Bürgerfest erinnert seit acht Jahren an die Gründung des fränkischen Reichskreises im Jahr 1500.

Beim Übersetzen hilft Kabarettist Bernd Regenauer aus Nürnberg den Redakteuren der Hersbrucker Zeitung und versucht, es allen Franken recht zu machen.

Der Tag soll auch der Mundart zu Gute kommen und Zeitungsausgaben in Dialekt kommen gut an bei Lesern. Der tz bescherte eine Dialektversion Anfang des Jahreseinen Anstieg der Auflagenzahl um mehr als zehn Prozent. 90 Prozent der Leserreaktionen seien zustimmend gewesen.

Trotzdem entschuldigt sich Susanne Will, Chefredakteurin der „Hersbrucker Zeitung“, schon mal vorzeitig bei allen Lesern: „Der fränkischer Dialekt ist unheimlich vielfältig. Wir werden es nicht allen Recht werden können!“

Mit der Aussage bestätigt sie übrigens eine Eigenheit der Franken: „Der Franke ist vorsichtshalber Pessimist, um Niederlagen vorzubeugen“, scherzt Dolmetscher Regenauer. In der Redaktion sei er beim Übersetzen nun einen Mittelweg gegangen. „Das Fränkische wechselt alle zehn Kilometer“, sagt er. „Jeder Ortschaft kann ich es nicht recht machen.“ Hilfe ist ihm sein Wörterbuch „Fränkisch für Anfänger“, das im Langenscheidt-Verlag erschienen ist. Während der Recherche hat er in der fränkischen Seele vorgefühlt. Den ureigenen Wortschatz beziffert der Autor auf mehrere hundert Wörter.

"A schääne Laich!"

Einige der Beiträge in der Lokalausgabe sollen nicht nur auf Fränkisch erscheinen, sondern die Mundart auch zum Inhalt haben. Auch die Gegner des Zungenschlags kommen zu Wort: Der Trompeter und Texter der oberpfälzischen Kabarettgruppe „Altneihauser Feierwehrkapell'n“ darf in einem Gastbeitrag über den fränkischen Dialekt als „Zungenfehlstellung“ herziehen. Dafür unterstützen aber alle Anzeigenkunden die Aktion voll: Ein Bestattungsunternehmen titelt zum Beispiel in seiner Annonce: „A schääne Laich!“

Vom Aussterben bedroht sieht Übersetzer Regenauer seinen Lieblingsdialekt noch lange nicht. „Natürlich wird manches vermischt und vermanscht. Es ändert sich vieles, dadurch dass die Welt mobil wird. Im Kern macht das aber nichts aus“, sagt er. In der Redaktion der „Hersbrucker Zeitung“ hat man sogar eine Tendenz zur Regionalisierung festgestellt. Angesichts der immer globaler werdenden Welt seien die Menschen bestrebt, im Regionalen ihre Heimat zu finden. So werde beispielsweise wieder viel mehr Wert auf Heimatprodukte auf dem Teller gelegt, kommentiert Will. „Aber natürlich verschwindet beispielsweise aus den Schulen der Dialekt zunehmend.“ Manche Wörter tendieren laut Will in Richtung Aussterben.

Urfränkisch in Reinform bekommt man laut Regenauer vor allem noch in den ländlichen Wirtshäusern außerhalb der Metropolregion zu hören. Um die Mundart zu konservieren, müsse man sie weiterhin liebevoll pflegen: „Das eine schließt das andere nicht aus“, sagt er - auf Hochdeutsch.

dpa

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