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Schon wieder wurde im Freistaat Bayern ein Wolf gesichtet. Diesmal im oberpfälzischen Cham.

Der fünfte in diesem Jahr

Wolf gesichtet: Kommt er zurück nach Oberbayern?

Cham - Schon zum fünften Mal wurde heuer in Bayern ein Wolf gesichtet. Diesmal in der Oberpfalz. Die hiesigen Schafbauern fragen sich nun: Ist es der gleiche wie vor kurzem in Miesbach?

Die Schwarz-Weiß-Aufnahme ist unscharf, aber eindeutig. Am 28. September ist im nördlichen Landkreis Cham in der Oberpfalz ein Wolf umhergeschlichen und von einer Wildtier-Kamera fotografiert worden. Das Tier hat eine weiße Schnauzenregion, einen dunklen Sattelfleck auf der Schulter und einen recht kurzen Schwanz mit schwarzer Spitze. Aufgrund der Fellfärbung und der Proportionen sind sich die Experten sicher: Es handelt sich nicht um einen Hund, sondern einen Wolf. Das meldete am Freitag das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU).

Die Kamera gehört einem Privatmann. Er hatte sie in einem geschützten Bereich am Waldrand aufgestellt, um die dortigen Wildtierbestände zu beobachten. Jedes Mal, wenn der Apparat eine Bewegung erfasst, schnappt die Fotofalle zu. Jetzt, bei einer routinemäßigen Auswertung der Bilder, fiel dem Eigentümer die Aufnahme auf. Daraufhin schaltete er das Landesamt ein.

Fotos von Wölfen in Bayern extrem selten

Fotos von Wölfen sind in Bayern extrem selten, weil es nur sehr wenige Tiere gibt. Ende August hatte ein Wolf im Kreis Miesbach zwei Schafe gerissen, der Halter erhielt einen finanziellen Ausgleich. Eine der jüngsten Aufnahmen stammt aus dem Mai, entstanden war sie gegen Mitternacht im Nationalpark Bayerischer Wald. Ob es sich jetzt in Cham um dasselbe Tier handelte, ist unklar. Proben für eine genetische Untersuchung lagen in beiden Fällen nicht vor. Das LfU meldete heuer bislang fünf Beobachtungen, im vergangenen Jahr gab es vier Nachweise.

Wölfe kommen unter anderem aus Italien, Frankreich oder der Schweiz nach Deutschland. Jungwölfe verlassen ihre Eltern, um nach einem Geschlechtspartner und einem eigenen Territorium zu suchen. Dafür wandern sie oft mehrere hundert Kilometer weit.

Im 19. Jahrhundert galt der Wolf nach starker Bejagung in Deutschland als ausgestorben. Seit er in den meisten europäischen Ländern geschützt ist, nehmen die Bestände wieder zu. Nach Schätzungen des Landesamts für Umwelt leben in Europa bis zu 15 000 Tiere, hauptsächlich im Balkangebiet. In Deutschland seien bisher 33 Wolfsrudel nachgewiesen. Sie sind von Natur aus scheu und weichen dem Menschen im Regelfall aus, wenn auch nicht fluchtartig. Ihr Nahrungsspektrum reicht von Ratten und Mäusen bis zu Rotwild. Auch Nutztiere wie Schafe und Ziegen sind gefährdet.

Sebastian Dorn 

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