Glätteunfälle in der Oberpfalz und Oberbayern

München - Schneefall und Glätte haben in der Nacht zum Freitag vor allem in der Oberpfalz und dem nördlichen Teil Oberbayerns für zahlreiche Unfälle und umgestürzte Bäume gesorgt.

„Es liegt mit Ausnahme von weiten Teilen Mittel- und Unterfrankens jetzt mehr oder weniger eine geschlossene Schneedecke über Bayern“, sagte Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst in München. Auch in den kommenden Tagen werde es immer wieder mal schneien. Autofahrer sollten aufpassen, warnte Wünsche: „Man muss jetzt die ganze Zeit mit winterlichen Straßenverhältnissen rechnen, mit Glätte, Schnee und überfrierender Nässe“.

Bereits in der Nacht zum Freitag hatten die Schneefälle vor allem in der Oberpfalz und im nördlichen Teil Oberbayerns für zahlreiche Unfälle und umgestürzte Bäume gesorgt. Der schlimmste Unfall ereignete sich allerdings am Vormittag auf einer Bundesstraße in Augsburg: Auf der B17 krachten bei Schneesturm samt Blitzeis 15 Fahrzeuge ineinander. Zwölf Menschen wurden verletzt, ein Lastwagenfahrer wurde im Fahrerhaus eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf 250 000 bis 300 000 Euro.

40-Tonner rutscht in einen Graben

Auch in anderen Regionen kam es zu Unfällen: Bei Waldsassen (Landkreis Tirschenreuth) rutschte ein mit Getränkekästen beladener 40-Tonner in einen Graben. In Auerbach (Landkreis Amberg-Sulzbach) stürzte ein Sattelschlepper mit Fässern um. Insgesamt zählten die oberpfälzischen Einsatzkräfte mehr als 21 witterungsbedingte Unfälle.

In Oberbayern war vor allem der Landkreis Eichstätt betroffen. Auf der Autobahn 9 kollidierten bei schneeglatter Fahrbahn zwei Lastwagen miteinander, mehrere Straßen mussten wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Auf der A8 stürzte am Morgen der Anhänger eines Langholztransporters zwischen Weyarn und Irschenberg um. Die Ladung verteilte sich „wie Mikadostäbe auf die Fahrbahnen“, berichtete ein Polizeisprecher in Rosenheim. In einen der Holzstämme fuhr ein nachfolgendes Auto hinein. Dessen Fahrer wurde dabei eingeklemmt, aber glücklicherweise nicht schwer verletzt.

Drei Leichtverletzte und ein Sachschaden von rund 100 000 Euro waren die Bilanz eines Doppel-Unfalls bei Woringen im Unterallgäu. Auf der A7 war ein LKW-Fahrer mit seinem Sattelzug gegen die Leitplanke geknallt. Ein nachfolgendes Auto fuhr kurz darauf in ein Fahrzeug der Feuerwehr. Die drei Insassen wurden dabei leicht verletzt.

Teilweise musste sogar die Schule ausfallen

„Vor allem in einem Streifen vom Großraum Ingolstadt Richtung westliche Oberpfalz und Oberfranken hat es ziemlich viel Niederschlag gegeben, der meist als Schnee gefallen ist“, erläuterte Wetterdienst-Experte Wünsche. In der fränkischen Rhön fiel wegen heftigen Schneefalls zum Teil sogar die Schule aus. „Im nördlichen Landkreis von Bad Kissingen haben die örtlichen Busunternehmen entschieden, die Busse nicht fahren zu lassen. Das örtliche Schulamt hat deshalb beschlossen, die Schulen dort geschlossen zu halten“, sagte ein Sprecher der Regierung von Unterfranken.

Auch in den kommenden Tagen soll es weiter schneien. Für Wintersportler ein Vergnügen - allerdings warnte der Deutsche Alpenverein (DAV) vor der Lawinengefahr. Obwohl die Warnstufe inzwischen von groß auf erheblich gesunken sei, sollte niemand ohne entsprechende Kenntnisse abseits gesicherter Pisten und Wege unterwegs sein, warnte DAV-Sprecher Thomas Bucher. „Bei Lawinenwarnstufe drei passieren die meisten Unfälle.“

dpa

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