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Der Münchner Rechtsanwalt Alexander Stevens zeigte sich in einem Schreiben geschockt über das Verbrechen, dem seine Mandantin zum Opfer gefallen ist.

Selbst ihr Anwalt ist geschockt

Frau grausam vergewaltigt und verstümmelt

Traunstein - Es ist ein derart grausames Verbrechen, dass es selbst für Juristen schwer zu ertragen ist. In Traunstein vergewaltigte und verstümmelte ein 53-Jähriger eine Frau - ein unfassbares Martyrium.

Am Dienstag verurteilte das Landgericht Traunstein den Peiniger der Hausfrau, die nebenbei als Gelegenheitsprostituierte arbeitete, zu elf Jahren Haft nebst Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Aber ohne anschließende Sicherungsverwahrung! Dies sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich gewesen, heißt es in einem Schreiben, das die Münchner Anwaltskanzlei der Frau jetzt an die Presse gerichtet hat. Rechtsanwalt Alexander Stevens zeigt sich darin selbst geschockt über die Brutalität des Verbrechens und die vergleichsweise milde Strafe.

Das Martyrium dauerte eineinhalb Stunden

Das war passiert: Am Vormittag des 21. September 2013 buchte der einschlägig vorbestrafte 53-Jährige aus dem Berchtesgadener Land die Frau für Liebesdienste. Unmittelbar nach ihrer Ankunft schubste er sie auf das mit Fesselwerkzeug präparierte Bett. Er fesselte und knebelte sie, ehe für die Frau ein unvorstellbar grausames Martyrium begann.

Zuerst vergewaltigte der Täter sein Opfer mehrfach, dann folterte er sie eineinhalb Stunden lang. Dabei sagte er immer wieder: "Jetzt bist du fällig." Doch damit nicht genug: Mit einem Messer verstümmelte der Peiniger sein Opfer, unter anderem an der Brust.

Frau stand Todesängste aus

Zu diesen Qualen stand die Frau Todesängste aus, da ihr der Täter immer wieder drohte, sie auch im Gesicht zu verletzen. Schließlich knebelte sie der 53-Jährige, bis sie fast keine Luft mehr bekam.

Erst nach eineinhalb Stunden ließ der Peiniger von seinem Opfer ab. Nicht ohne noch das Portemonnaie der Frau zu rauben und ihr zu drohen: "Du machst keinen Muckser. Ich weiß, wo du wohnst."

Sicherungsverwahrung rechtlich nicht möglich

Doch warum kommt dieser grausame Mensch nach elf Jahren wieder auf freien Fuß? Und das obwohl er vor 20 Jahren eine ähnliche Tat begangen hat? Die Antwort lautet schlicht: Weil es das Gesetz so vorsieht. "Eine Sicherungsverwahrung kann nur im Falle zweier ähnlich gelagerter Vortaten oder einer Vortat mit mindestens drei Jahren Freiheitsstrafe angeordnet werden", erklärt Anwalt Stevens in seinem Schreiben. Da der Mann aber die damalige Tat im Vollrausch begangen hat und deshalb "nur" zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde, seien diese Voraussetzungen nicht erfüllt gewesen. 

Auch Richter und Staatsanwalt sind geschockt über die Rechtslage

Eine Tatsache, die nicht nur den erfahrenen Rechtsanwalt schockiert. Staatsanwalt und Richter erging es nicht anders. "Wir sind alle drei erschrocken, als wir bei einem Blick ins Gesetzbuch gesehen haben, dass eine Sicherungsverwahrung nicht möglich ist", berichtet Stevens gegenüber Merkur-Online. "Da fühlt man sich einfach nur ohnmächtig." Seine Enttäuschung und Frustration ist dabei nicht zu überhören.

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