Herrmann_Asyl_dpa
+
Innenminister Herrmann fordert Tempo von Berlin in der Asylpolitik.

Bund gefordert

Herrmann fordert Tempo in der Asylpolitik

München - Jeden Tag kommen etwa 140 Flüchtlinge in Bayern an. Innenminister Herrmann hält die meisten Asylbewerber aus dem ehemaligen Jugoslawien für unberechtigt.

Innenminister Joachim Herrmann fordert vom Bund schnelles Handeln gegen die hohe Zahl der Asylbewerber aus dem als sicher eingeschätzten ehemaligen Jugoslawien. Von Januar bis Mai seien 17 Prozent der neu in Deutschland eingetroffenen Asylbewerber aus Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina gekommen, sagte Herrmann am Montag in München. „Die Anerkennungsquote ist praktisch null. Es ist offenkundig, das es sich hier in den meisten Fällen um Missbrauch handelt.“ Herrmann appellierte an den Bund, die geplante Änderung des Asylverfahrensgesetzes schnellstmöglich umzusetzen.

Die große Koalition will die drei Länder als sichere Herkunftsstaaten einstufen. Damit würden sich die Asylverfahren verkürzen. „Ich hoffe, dass dann auch der Anreiz, es immer wieder in Deutschland zu versuchen, geringer wird“, sagte Herrmann.

Täglich 140 neue Asylbewerber

Derzeit treffen im täglichen Schnitt etwa 140 Asylbewerber in Bayern ein, die Erstaufnahmeunterkünfte sind überfüllt. In München werden die Asylbewerber daher bereits in den Garagen einer alten Bundeswehr-Kaserne untergebracht. Grünen-Faktionschefin Margarete Bause warf der Staatsregierung und Sozialministerin Emilia Müller Versagen vor. „Sie tut so, als hätte man nicht vorhersehen können, dass es aufgrund der Kriegswirren (in Syrien und anderen Ländern) eine Zunahme der Flüchtligszahlen geben würde.“

Auch der Bayerische Flüchtlingsrat kritisierte die Staatsregierung: „Erstaunlicherweise sind solche Chaosmeldungen aus anderen Bundesländern nicht zu vernehmen“, betonte Sprecher Alexander Thal.„Obwohl auch dort mehr Flüchtlinge untergebracht werden müssen, hat kein anderes Bundesland so massive Probleme wie der Freistaat Bayern.“ Thal führt die Probleme bei der Unterbringung darauf zurück, dass die Staatsregierung über Jahrzehnte auf die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften pochte.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Messerattacke: Mann (23) verletzt Mutter und Tochter

Neumarkt St. Veit - Eine Frau und ihre Tochter wurden am Montag mitten in einer Wohnsiedlung in Neumarkt-Sankt Veit angegriffen und schwer verletzt. Der Täter, ein …
Messerattacke: Mann (23) verletzt Mutter und Tochter

Job-Vermittler für Flüchtlinge: "Endlich erkennt jemand, was ich kann"

München - Viele Flüchtlinge haben in ihrer Heimat eine Ausbildung abgeschlossen. Um in Deutschland in ihrem Beruf arbeiten zu können brauchen sie Hilfe. Ein …
Job-Vermittler für Flüchtlinge: "Endlich erkennt jemand, was ich kann"

500 Jahre Reinheitsgebot: Festival in München

München - 500 Jahre bayerisches Reinheitsgebot feiert die hiesige Brauwirtschaft mit einem eigenen Festival. Vom 22. bis 24. Juli rückt sie in der Landeshauptstadt die …
500 Jahre Reinheitsgebot: Festival in München

Baby fast verhungert: Jugendamt war gewarnt

Augsburg - Mit einer lebensbedrohlichem Unterernährung kommt ein acht Monate alter Bub in die Klinik. Das Jugendamt hatte zwar Hinweise auf Misshandlung, doch die …
Baby fast verhungert: Jugendamt war gewarnt

Kommentare