Andreas Graßl, Bauunternehmer aus Ramsau bei Berchtesgarden
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Andreas Graßl, Bauunternehmer aus Ramsau bei Berchtesgarden.

"Arbeiten wie auf einer Berghütte"

Holz aus Bayern für das Salzburger Wahrzeichen

Salzburg/Ramsau - Die Festung Hohensalzburg zieht jährlich über eine Million Besucher an. Jetzt werden Prunkzimmer und Museum der Burganlage hoch über der österreichischen Grenzstadt zu Bayern umgebaut. Unter den Firmen ist auch eine Zimmerei aus Ramsau im Berchtesgadener Land.

Sie ist das Wahrzeichen der Stadt. Stolz überragt die Festung Hohensalzburg den Dom und alle anderen Sehenswürdigkeiten der weltberühmten Festspielmetropole. Im „Hohen Stock“, dem Hauptschloss der Burganlage, haben derzeit die Handwerker das Sagen. Die Räume werden bis ins Jahr 2016 hinein saniert.

Andreas Graßl zeigt, wie ein neuer Holzsteg aus verschiedenen Schichten auf den alten Boden gelegt wird.

Mit dabei ist Andreas Graßl aus Ramsau bei Berchtesgaden. „Die Arbeiten sind eigentlich wie auf einer Berghütte“, sagt der Bauunternehmer. Er meint damit die schwierige Erreichbarkeit der fast 1000 Jahre alten Burg für Material und Mitarbeiter. „Anfangs hatten wir Probleme mit den Pollern in der Stadt.“ Die Arbeiter seien abends mit ihren Fahrzeugen nicht mehr aus der Stadt herausgekommen. Auch der Transport des Baumaterials auf die Burganlage am Mönchsberg ist eine logistische Herausforderung.

Die Anfänge der Festung Hohensalzburg gehen auf das Jahr 1077 zurück. Die heutigen Ausmaße erreichte die Burganlage im ausgehenden 15. Jahrhundert unter Leonhard von Keutschach. Der Fürsterzbischof ließ im „Hohen Stock“ eine zweite und dritte Etage einziehen. Dort sind Baufirmen damit beschäftigt, die über 500 Jahre alten Räume zu sanieren.

Nicht das noch so kleine Detail des denkmalgeschützten Innenlebens darf dabei zerstört werden. Als einziger Unternehmer aus Bayern hat Graßl einen Teil dieses prestigeträchtigen Auftrags an Land gezogen. „Immerhin arbeiten wir hier am wichtigsten Wahrzeichen von Stadt und Land Salzburg“, sagt er.

Beim Einbau neuer Holzböden, Lichtanlagen und Vitrinen stoßen die Arbeiter auf immer neue Herausforderungen. So kamen an Wänden alte Malereien zum Vorschein, die bei früheren Arbeiten übermalt wurden. Auf einem Holzträger entdeckten Restauratoren aus Wien das alte Wappen des Landes Salzburg sowie von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach. „Mit einer besonderen Lasertechnik versuchen wir nun, den Schmutz und die alte Holzfarbe abzulösen, ohne dass die Wappen verloren gehen“, erklärt Restaurator Peter Kopp.

Rund 1,1 Millionen Besucher kommen Jahr für Jahr auf die Festung. Auch während der Bauarbeiten wuseln Besucher auf gesicherten Wegen durch die Fürstenzimmer und beobachten, wie die Zimmerer von Graßl den 500 Jahre alten Holzboden erneuern. „Über den alten Boden kommen mehrere Schichten, zum Beispiel Steinwolle als Brandschutz und eine Hilfsschalung mit Holz aus Berchtesgaden“, erläutert Graßl. Der neue Holzboden als Steg für die Millionen Besucher muss freilich wieder aus österreichischer Produktion stammen.

Die Sanierung des „Hohen Stockes“ umfasst neben neuen Leit- und Lichtsystemen auch die Neugestaltung der Museen und die Restaurierung der Fürstenzimmer, wie Max Brunner von der Salzburger Burgen- und Schlösserverwaltung erläutert. Kernstück im neuen Einführungsraum wird ein mechanisches Theater des Schweizer Ausstellungsgestalters Roberto di Valentino sein. Es stellt in Verbindung mit einem mehrsprachigen Hörspiel die Geschichte des Fürsterzbistums Salzburg und das Leben von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach dar.

dpa

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