Urteil gefallen

Kirche darf Schmuddeldarstellerin kündigen

Augsburg - Sie arbeitet als Erzieherin in einer Behinderten-Wohngruppe der Kirche - und dreht gleichzeitig Pornofilme für das Internet. Als die Frau ihre Erotik-Aktivitäten nicht einstellen will, bekommt sie die Kündigung.

Die Kündigung einer Pornodarstellerin durch die Diakonie ist rechtens. Das Augsburger Arbeitsgericht entschied am Mittwoch, dass der kirchliche Arbeitgeber die Erzieherin wegen ihrer Mitwirkung an Erotikfilmen nicht weiter beschäftigen muss. „Die Klägerin hat sich mit ihren pornografischen Aktivitäten in Widerspruch zur kirchlichen Sexualethik gestellt und damit eine Loyalitätspflichtverletzung begangen, die eine Kündigung rechtfertigen kann“, befand das Gericht.

Die 38-Jährige arbeitete in einer Wohngruppe für Behinderte des evangelischen Trägers. Nebenbei veröffentliche die Frau im Internet Pornofilme und -fotos von sich. Auf ihrer Modellseite im Netz bezeichnet sich die Hardcore-Darstellerin dabei als „sehr zeigefreudig“. Die Diakonie forderte die langjährige Mitarbeiterin auf, die öffentlichen Erotik-Aktivitäten sein zu lassen. Doch die Erzieherin weigerte sich und zog schließlich nach einer Kündigung vor das Arbeitsgericht.

Nach dem Verfahren vor der Donauwörther Außenstelle des Arbeitsgerichts betonten die Richter, dass das von der Verfassung garantierte Selbstbestimmungsrecht den Kirchen erlaubt, die Verpflichtungen von Arbeitnehmern selbst zu bestimmen. „Diese Grundverpflichtungen können auch das außerdienstliche Verhalten betreffen.“ Eine ordentliche Kündigung sei verhältnismäßig, da das Interesse des Arbeitgebers „ein stärkeres Gewicht hat als das Recht der Klägerin auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit in ihrer Freizeit“, stellte das Gericht fest.

dpa

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