GPS-Weidemanagement

Kühe hüten mit dem Smartphone

Abgeschiedenheit von der Außenwelt war einmal. Smartphones und Tablets sind längst auf den Bergalmen angekommen. Jetzt gibt es eine App, die den Bauern beim Hüten von Kühen hilft.

Bergbauern haben eine schwere Arbeit: Bei Wind und Wetter sind sie in den Bergen unterwegs, sieben Tage in der Woche sind sie für ihre Tiere da. Eine neue Innovation soll den Alltag auf der Alm erleichtern. Im Rahmen des Projekts "GPS-Weidemanagementsystem", das das Institut für Landtechnik und Tierhaltung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft realisiert, wird eine Smartphone-App entwickelt, mit der Kühe auf den Almen geortet werden können.

Die Entwicklung wurde jetzt von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" in der Kategorie Wissenschaft als besonders innovativ ausgezeichnet. Eine Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten, Politikern und ein sechsköpfiger Fachbeirat wählten das Institut aus über 1000 Bewerbern als einer von 100 Preisträgern aus.

Zeitersparnis durch die App

Mit der Smartphone-App können sich Senner und Hirten viel Zeit sparen. Derzeit verbringen die Almbauern einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit der Viehkontrolle. Wird ein Tier vermisst, kann die Suche im Extremfall den ganzen Tag dauern.

Das könnte sich künftig ändern. Das Vieh wird mit einem Sensor ausgestattet und kann so über GPS mit Hilfe der App gefunden werden. Durch die Analyse der Bewegungsprofile der Tiere ist es außerdem möglich, genutzte und ungenutzte Gebiete sowie den zeitlichen Verlauf der Weidenutzung zu identifizieren. Künftig soll das System zudem Hinweise auf Über- oder Unterbeweidung geben und melden, wenn Tiere in Gefahr, krank oder paarungsbereit sind. Mit diesen Erkenntnissen kann die Weidewirtschaft optimiert werden.

Durchführung des Projekts

Derzeit wird das Projekt auf verschiedenen Almen und Alpen entlang der Bayerischen Alpen vom Allgäu bis ins Chiemgau und auf einer Tiroler Alm in der Nähe des Achensees durchgeführt.

Bis zum Frühjahr 2016 soll das Ortungssystem für Tiere, die auf Almweiden gehalten werden, marktfähig sein.

cla

Rubriklistenbild: © dpa

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