Öko lohnt sich

Agrarminister Schmidt ermuntert Biobauern

Berlin/Nürnberg - Viele Supermarktkunden greifen inzwischen zu „bio“, wenn sie Gurken oder Kartoffeln kaufen - dabei sind die oft teurer. Landwirten bietet das Chancen.

Bundesagrarminister Christian Schmidt ermuntert die deutschen Bauern auch angesichts schwankender Weltmarktpreise zum Einstieg in den ökologischen Landbau. „Der Bio-Markt bietet weiter großes Potenzial, auch für die Einkommen der Landwirte“, sagte der CSU-Politiker vor der Messe Biofach, die an diesem Mittwoch in Nürnberg beginnt. 

Die Entscheidung treffe aber jeder Betrieb selbst. „Wir werden den Ökolandbau nicht per Gesetz verordnen.“ Die Verkaufserlöse der deutschen Biobauern stiegen laut neuen Daten für 2014 auf 1,65 Milliarden Euro nach 1,55 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Kunden achten vor allem auf bessere Tierhaltung.

Die Biobauern konnten sich zuletzt von allgemeinen Gewinneinbrüchen in der Landwirtschaft abkoppeln und ihre Einkommen sogar steigern, wie aus Konjunkturdaten des Bauernverbands hervorgeht. Als Grund wurden stabile Preise genannt, während die Agrar-Weltmarktpreise insgesamt auf breiter Front abgesackt sind. Schmidt bekräftigte das Ziel, den Anteil der ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland auf 20 Prozent auszuweiten.

"Vieles können wir auf heimischem Markt  produzieren"

Bisher sind es gut sechs Prozent. „Vieles können wir auf dem heimischen Markt produzieren, einen Teil - wie Südfrüchte - werden wir aber immer importieren müssen“, sagte der Minister. Wichtig sei die Zuverlässigkeit der Bio-Einfuhren.

Beliebteste Bio-Produkte bei den Verbrauchern sind Eier, wie eine noch unveröffentlichte Umfrage im Auftrag des Ministeriums ergab. Häufig „bio“ gekauft werden auch Gemüse und Obst sowie Kartoffeln. Insgesamt kauft demnach knapp ein Viertel (24 Prozent) der Befragten ausschließlich oder häufig Biolebensmittel, künftig planen dies nach eigener Einschätzung 31 Prozent. Eingekauft wird meist im Supermarkt (86 Prozent) oder Discounter (66 Prozent), Biosupermärkte nannten 46 Prozent. 

Wichtigste Gründe für Bio-Einkäufe sind eine artgerechte Tierhaltung, regionale Herkunft von Produkten, weniger Zusatzstoffe und eine möglichst geringe Schadstoffbelastung. Für die Befragung führte das Institut Infas im Januar 1005 Telefoninterviews.

DPA

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wegen der Hitze: Sportler kippen reihenweise um

Bad Reichenhall - Die Sanitäter bei einer Laufveranstaltung am Samstag in Bad Reichenhall hatten alle Hände voll zu tun. Innerhalb weniger Minuten kippten mehrere …
Wegen der Hitze: Sportler kippen reihenweise um

Betrunkener mit Schreckschusswaffe löst Großeinsatz aus

Bayreuth - Ein betrunkener Mann hat mit einer Schreckschusswaffe in der Nacht zum Sonntag in Bayreuth einen Großeinsatz ausgelöst.
Betrunkener mit Schreckschusswaffe löst Großeinsatz aus

„Chiemsee Summer“: Vier Tage Sommer, Party und Musik

Übersee - Nach vier Tagen Sommer, Party und Musik auf dem Festival „Chiemsee Summer“ standen zum Abschluss am Samstagabend Elektro-Beats auf dem Programm - mit …
„Chiemsee Summer“: Vier Tage Sommer, Party und Musik

Autofahrerin übersieht Rollerfahrer - 43-Jähriger stirbt

Regensburg - Nach dem Zusammenstoß mit einem Auto ist ein 43 Jahre alter Rollerfahrer in einem Krankenhaus in Regensburg gestorben.
Autofahrerin übersieht Rollerfahrer - 43-Jähriger stirbt

Kommentare