Trotz guter Ausrüstung

Skitourengeher (27) erstickt unter Lawine in Österreich

München - Ein 27-jähriger Mann aus Bayern ist am Samstag  in den österreichischen Alpen von einer Lawine getötet worden. Auch sein Lawinen-Airbag konnte ihm nicht das Leben retten.

Kaiserwetter in den Bergen – die Sonne im Zenit, der Himmel rundum tiefblau und die Lawinenwarnstufe zeigte am Samstag nur eine geringe Gefahr an. In den Gargellen im Montafon (Vorarlberg), an der Grenze zur Schweiz, kam es auf der Rotbühelspitze (2853 Meter) zu einem zufälligen Zusammentreffen zweier gut ausgerüsteter Gruppen. Der Passauer Tourengeher Matthias F. (27) und sein Kamerad aus München hatten den Gipfel erreicht. Die beliebte Tour hatten auch acht weitere Skibergsteiger unternommen, alles Bayern aus dem Raum Lindenberg im Allgäu. Man schloss sich zusammen und teilte sich gleich wieder in zwei Fünfergruppen zur Abfahrt um 12.40 Uhr auf. Für die eine, die die direkte Variante über eine Rinne nahm, wurde es eine Abfahrt mit dramatischen Folgen: Nach dem Abgang eines Schneebretts wurden vier Männer in einer Lawine verschüttet, der junge Passauer kam ums Leben.

Zunächst waren drei aus der Gruppe den Gipfelhang vorgefahren. Zwei andere folgten, darunter der Passauer. Als alle fünf Tourengeher auf fast gleicher Höhe im Hang anhielten, löste sich oberhalb von ihnen ein 80 Meter breites Schneebrett. Die weißen Massen erfassten die ganze fünfköpfige Gruppe und rissen sie 350 Meter weit mit. Die Wintersportler aus der anderen Gruppe und weitere Tourengeher begannen mit einer Rettungsaktion und setzten einen Notruf ab. Vier Männer konnten in kurzer Zeit gefunden und freigegraben werden. Der letzte Verschüttete wurde aber erst nach 55 Minuten entdeckt. Er war tot. Der Passauer hatte in 1,60 m Tiefe gelegen. Ihn rettete auch nicht sein Airbagrucksack: Das Sicherheitssystem hatte zwar ausgelöst, hielt aber Matthias F. in der gewaltigen Eisgischt nicht an der Oberfläche. mc

Rubriklistenbild: © dpa

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