Bei Prozess im Landgericht

Mann droht mit Waffe "aufzuräumen"

München - Weil er gedroht hat, mit einer Waffe "bei der Justiz aufzuräumen", findet der Prozess um einen Mann, der sich ein Haus ergaunert hat, unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen statt.

Ein Prozess um ein ergaunertes Haus findet vor dem Münchner Landgericht unter strengen Sicherheitsmaßnahmen statt. Der vorbestrafte Angeklagte hatte seiner Bewährungshelferin gedroht, er werde sich eine Waffe verschaffen und „bei der Justiz aufräumen“. Gegenüber einer Rechtshelferin hatte der 71-Jährige vor zwei Wochen den Kauf einer Maschinenpistole angekündigt. „Man muss ja richtig Angst haben vor Ihnen“, sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag. Der angeklagte Rentner bestreitet die bedrohlichen Äußerungen.

Die Anklage wirft ihm Betrug an einem Ehepaar mit einem Schaden von 610 000 Euro vor. Er schloss demnach im Mai 2012 mit dem Paar einen notariellen Kaufvertrag über ein Haus in Kochel am See und zog im August 2012 mit Frau und Sohn dort ein, zahlte aber nie einen Cent.

Entsprechend einem Passus im Kaufvertrag wurde eine Vormerkung zugunsten des Rentners im Grundbuch eingetragen. Der Mann hielt sich jedoch nicht an die fünfwöchige Zahlungsfrist. Erst im November 2013 wurde das Haus zwangsgeräumt.

Der 71-Jährige sagte, er habe eine Finanzierungszusicherung einer Bank gehabt. Das Geldinstitut sei dann aber wegen des miserablen Zustandes des Hauses abgesprungen. Er habe einziehen müssen, weil die Kündigungsfrist seiner früheren Wohnung schon um drei Monate überschritten gewesen sei, sagte der Rentner. „Das war aber mit den Verkäufern so abgesprochen.“

Der Mann ist wegen ähnlicher Straftaten vorbestraft. Zuletzt war er zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden, aus der er 2011 entlassen wurde.

Der Rentner überraschte das Gericht mit einem ganz neuen angeblichen Lebenslauf, der über einen langjährigen Einsatz als Starfighter-Pilot zu einem Schweizer Waffenhersteller führte - „dem größten in Europa“. Auf seine „geheime“ Tätigkeit führte er seine Vorstrafen zurück - „als Außendienstler müssen Sie den Kopf hinhalten“. Zuletzt will der Angeklagte im Goldgeschäft tätig gewesen sein.

dpa

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