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Meridian: Bahn blockiert Rosenheimer Strecke

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Da läuft es noch: Ein Meridian-Zug bei der Ausfahrt aus dem Münchner Bahnhof.
Da läuft es noch: Ein Meridian-Zug bei der Ausfahrt aus dem Münchner Bahnhof. © Meridian

München/Rosenheim – Der private Zugbetreiber Meridian sieht sich von der Deutschen Bahn ausgebremst. Grund für den Ärger sind die Bauarbeiten der Bahntochter DB Netz auf der Strecke zwischen München und Rosenheim.

Der Regionalzugverkehr zwischen München und Rosenheim sei deshalb zeitweise fast zum Erliegen gebracht. Fernzüge der DB dagegen hätten „Vorrang“, klagte Meridian-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch. EC-Züge und Railjets werden zum Teil über Holzkirchen umgeleitet, dafür fallen Meridian-Züge aus. Das sei ungerechtfertigt. „In unseren Zügen befördern wir häufig über 1000 Reisende, mehr als in vielen Fernverkehrszügen.“ Die Bauarbeiten mit mehrtägigen Totalsperrungen dauern noch bis 10. Mai.

Neue Oberleitung wird installiert

Die Installation einer neuen Oberleitung hatte schon in den Wochen nach Ostern den Verkehr massiv behindert – bei den Meridian-Zügen, die nach Salzburg und Kufstein fahren, sank die Pünktlichkeit auf unter 70 Prozent. Grund dafür sei auch der „massiv über die Strecke geleitete Güterverkehr“, sagte Rosenbusch. Er wünsche sich, dass die Güterzug-Fahrten in die Nacht verlegt werden.

Bahn reagiert zum Teil mit Verständnis

Die Bahn äußerte zum Teil Verständnis für den Ärger bei Meridian. Der Fahrplan sei aber „abgestimmt und vorher mitgeteilt“ worden, so ein DB-Sprecher. Ob die Fahrplan-Gestaltung in allen Punkten einvernehmlich erfolgte, konnte der Sprecher gestern nicht sagen. An einem Tag sei eine „Ad-hoc-Baustelle“ dazu gekommen. Dass Fernzüge grundsätzlich Vorrang haben, sei allgemein üblich.

Meridian ärgert sich indes über weitere Probleme. Reisende müssten sich „alle vier bis zehn Tage“ auf neue Ersatz-Fahrpläne einstellen, so Rosenbusch. Meridian setze zwar längere Züge ein, um ausfallende Fahrten wenigsten durch mehr Sitzangebote auszugleichen, doch seien an kleineren Bahnhöfen die Bahnsteige zu kurz. Daher würden pro Zug nun sechs Mitarbeiter extra eingesetzt, die beim Ein- und Ausstieg helfen. Außerdem ärgert sich Rosenbusch über Strafzahlungen, die Meridian abführen muss. „Ausnahmeregelungen bei Baustellen oder ein Verursacherprinzip wären hier gerechter.

mm

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