Umweltministerin: Industrie soll verzichten

Mikroplastik auch in bayerischen Gewässern

München - Die Seen und Flüsse in Bayern sind durch kleine Plastikteile verschmutzt. Das ergaben Untersuchungen durch das Landesamt für Umwelt und die Universität Bayreuth.

Es sei eine „geringe bis mittlere Belastung“ nachgewiesen worden, sagte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) dem Münchner Merkur (Montagsausgabe). Es lägen zwar „keine Hinweise auf Gesundheitsgefahren“ vor, dennoch fordert die Ministerin auf Bundesebene ein entschlosseneres Vorgehen gegen das Problem. Es ist die erste Untersuchung von Plastikmüll in deutschen Binnengewässern überhaupt.

Untersucht wurden unter anderem Chiemsee, Starnberger See, Ammersee, Isar, Donau und Altmühl. Überall fand man Nachweise von Mikroplastik, also Teilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Der höchste Wert wurde mit 831 Partikeln pro Quadratmeter im Uferbereich des Starnberger Sees gemessen. Die Belastung ist ähnlich hoch wie am Gardasee, wo die Ergebnisse 2013 für Aufsehen sorgten. Bis dato war Plastikmüll weniger als Problem von Binnengewässern, sondern eher der Weltmeere gesehen worden. Gefährlich sind die Teilchen, weil sie durch die Filter von Kläranlagen schlüpfen und durch Tiere auch in die Nahrungskette des Menschen gelangen.

„Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Allianz gegen diese neue Umweltgefahr“, sagt Scharf. In einem Brief, der dem "Merkur" vorliegt, bittet sie ihre Bundeskollegin Barbara Hendricks (SPD), stärker auf die Industrie einzuwirken, freiwillig auf kleine Plastikteile zu verzichten. Sogenannte Microbeads finden sich vor allem in Kosmetika. Immerhin gebe es erste Erfolge, lobt die CSU-Politikerin. „Diesen Weg müssen wir fortsetzen, andernfalls müssen auch gesetzliche Verwendungsverbote für bestimmte Produkte geprüft werden.“ Zunächst aber verlangt Scharf eine Kennzeichnungspflicht von Mikroplastik in Produkten. Zudem sei die Forschung bislang „zu einseitig auf die Belastungen der Meere“ abgestellt. „Diese Forschungsansätze sollten zukünftig verstärkt auf Binnengewässer übertragen werden“, schreibt die bayerische Ministerin an Hendricks.

mik

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