Bagger, Schatz, Garten
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Im Garten des Anwesens eines vor wenigen Tagen gestorbenen Mannes ist ein Millionenvermögen gefunden worden. In mehreren Plastikbehältern waren Bargeld und Goldbarren vergraben.

Jetzt gibt es Streit

Mann stirbt - Millionenschatz im Garten

Bogen - Im Garten eines vor wenigen Tagen gestorbenen Mannes in Niederbayern ist ein Millionenvermögen gefunden worden. Darum gibt es nun einen Streit zwischen Erben und einem Freund.

Das neue Jahr ist noch jung, doch es bringt bereits den ersten rätselhaften Schatzfund: In Irrn, das zu Bogen in Niederbayern gehört, buddelte ein Bagger aus einem Garten ein wahres Vermögen hervor, unter Aufsicht der Polizei. Es soll sich um Goldbarren und -münzen sowie Bargeld handeln, wohl im Wert von 1,7 Millionen Euro, alles verpackt in Plastikbehältern. Doch wie kam das Vermögen in den Garten, und wem gehört es überhaupt?

Besitzer des Anwesens war Diplomgeograf Michael S., der vier Tage nach Heiligabend im Alter von 53 Jahren tot in seinem Bett aufgefunden wurde. Er war eines natürlichen Todes gestorben. „Das hat die Obduktion ergeben“, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern, Michael Emmer. Das Ableben von Michael S., der einer Firma vorgestanden hatte, die sich mit Altlasten in Böden beschäftigte, überraschte alle. Nicht nur seine Mutter und seine drei Geschwister, sondern auch einen 69-jährigen Arzt, ein Spezl des Toten. Denn jener Mediziner hatte Michael S. mal gefragt, ob er in seinem Garten ein Vermögen deponieren dürfe.

Schatz liegt in einem Tresor in Regensburg

Laut "Straubinger Tagblatt" soll der Hintergrund in einem Beziehungsstreit zu suchen sein – es gehe um eine Scheidung. Der Mediziner habe seine Ex-Frau nicht am Kapital beteiligen wollen, vielleicht es vor ihr sogar verheimlicht. Doch ob all diese Sachen, die sich die Leute erzählen, wirklich stimmen? Bogens Bürgermeister Franz Schedlbauer (CSU) bestätigte indes den Sachverhalt: „Ein 69-Jähriger hat angegeben, dass er das Vermögen von der Bank geholt und im Garten des Freundes mit dessen Zustimmung vergraben hat.“ Als der 53-Jährige in der vergangenen Woche plötzlich gestorben war, habe der 69-Jährige die Baggerarbeiten veranlasst, weil er sich Sorgen um sein Geld gemacht habe. Und: „Seit dem Bekanntwerden des Vermögens gibt es eine Erbstreitigkeit zwischen dem 69-Jährigen und den Erben des 53-Jährigen“, sagte Schedlbauer. Der Schatz werde derzeit im Tresor eines Sicherheitsunternehmens in Regensburg aufbewahrt.

Der Arzt hat nun, abgesehen von etwaigen Forderungen im Beziehungsstreit, noch ein anderes Problem. Er muss nachweisen, dass er tatsächlich Besitzer des Millionenvermögens ist. Falls es ihm nicht gelingt, könnten Geld und Gold an die Erben von Michael S. fallen. Vom Gesetz her gehört ein Schatz je zur Hälfte dem Entdecker und dem Grundstücksbesitzer. Wie es da beim Irrner Schatzfund aussieht, bedarf jedenfalls einer juristischen Aufarbeitung. Die Polizei hält sich dabei aber raus, für sie ist der Fall abgeschlossen. Das Anwesen selbst wird von einem Sicherheitsdienst bewacht, um etwaige Glücksritter abzuschrecken.

Ob der verstorbene Michael S. mit dieser ganzen Entwicklung zufrieden wäre, darf bezweifelt werden. Er galt als fröhlicher, freundlicher Mensch, ebenso herzlich wie bodenständig. Im Winter, wenn bei ihm wegen der Witterung die Arbeit ruhte, zog es ihn oft in entfernte Länder, die er mit dem eigenen Unimog bereiste. Dabei hatte er zur Überraschung anderer Weltenbummler stets Münchner Bier dabei, vom Augustiner. Und Essen von daheim. Seine Heimat, die hatte er auch in der Ferne nicht nur im Herzen dabei.

Markus Christandl

Markus Christandl

E-Mail:markus.christandl@tz.de

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