+
Der BR in finanzieller Schieflage? Rechnungsprüfer warnen vor einem Finanzloch wegen zu hoher Personalkosten.

Zu hohe Personalkosten

BR will Sparkurs verschärfen - Warnung vor Finanzloch

München - Egal, ob der Rundfunkbeitrag stabil bleibt oder nicht: Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen mit ihren hohen Personalkosten kämpfen. Auch der BR. Rechnungsprüfer warnen nun vor einem Finanzloch.

Der Bayerische Rundfunk (BR) will seinen Sparkurs verschärfen. Vor allem die Bewertung der Pensionslasten sei ein zunehmendes Problem, sagte Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel am Freitag in München. Er reagierte damit auf einen bisher unveröffentlichten Prüfbericht des Bayerischen Obersten Rechnungshofs, über den der Münchner Merkur berichtete. Demnach hat der BR in diesem Jahrzehnt bereits 101 Millionen Euro Defizit angehäuft.

„Der Rechnungshof hat recht, wenn er sagt, da besteht Handlungsbedarf“, sagte Frenzel der Deutschen Presse-Agentur. „Dabei vernachlässigt er aber, dass wir bereits seit 2013 in Abstimmung mit unseren Aufsichtsgremien massiv gegensteuern.“ Zwischen 2014 und 2016 spare der Sender 100 Millionen Euro ein. Bis 2025 sollen im Fernsehproduktionsbetrieb überdies 450 Planstellen gestrichen werden. „Auch im Programm wird es Einschnitte geben.“

Sparprogramme kommen zu spät

Dem Zeitungsbericht zufolge monieren die Rechnungsprüfer, dass die Sparprogramme des Senders zu spät gekommen seien und nicht weit genug gingen. Der BR werde unzureichend gesteuert und habe die Kosten nicht genügend im Griff. Wenn der Sender im Zeitraum bis 2020 alle Rücklagen aufbrauche und alle Eigenmittel einsetze, werde noch immer ein Fehlbetrag von 329 Millionen Euro auflaufen.

Frenzel betonte dagegen: „Wir erwirtschaften ausgeglichene operative Ergebnisse und haben kein Steuerungsdefizit.“ Der öffentlich bilanzierte Fehlbetrag ergebe sich nicht aus dem operativen Ergebnis. „Das neue Bilanzrecht sieht vor, dass Pensionsrückstellungen nach einem am Kapitalmarkt orientierten Zins zu berechnen sind. Der Bewertungszins ist von sechs auf derzeit unter vier Prozent gesunken.“

Der Rechnungshof hat die BR-Finanzen von 2010 bis 2014 geprüft und will seinen Bericht am Dienstag vorstellen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Falschfahrerin (87) nach Frontal-Crash in Lebensgefahr

Leutkirch im Allgäu - Eine Falschfahrerin hat auf der Autobahn 96 bei Leutkirch im Allgäu (Kreis Ravensburg) einen Unfall verursacht und sich lebensgefährlich verletzt.
Falschfahrerin (87) nach Frontal-Crash in Lebensgefahr

Rosenheim: Darum drohte Mann (54) Nachtclub mit Bombe

Bruckmühl - Nach einer Bombendrohung samt anschließender Räumung eines Nachtclubs im oberbayerischen Bruckmühl (Landkreis Rosenheim) hat die Polizei einen …
Rosenheim: Darum drohte Mann (54) Nachtclub mit Bombe

Wasserwacht warnt: Zugefrorene Seen tragen noch nicht

München - Die bayerische Wasserwacht warnt davor, zugefrorene Seen zu betreten. Die Eisschichten seien noch nicht dick genug, sagte der Technische Leiter der …
Wasserwacht warnt: Zugefrorene Seen tragen noch nicht

Fall Ursula Herrmann - Tinnitus des klagenden Bruders bestätigt

Augsburg - Vor 35 Jahren starb die kleine Ursula Herrmann in einer vergrabenen Kiste. Nun will ihr Bruder Schmerzensgeld vom verurteilten Kidnapper. Dass Michael …
Fall Ursula Herrmann - Tinnitus des klagenden Bruders bestätigt

Kommentare