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Notarzt Dr. Alexander Hatz rettete einem Kind das Leben. Er bezhahlte es mit dem Verlust seines Führerscheins und einer Geldstrafe von 4.500 Euro.

Autofahrer fühlten sich bedrängt

Notarzt rettet Kind das Leben - Führerschein weg 

Karlshuld - Notarzt Dr. Alexander Hatz rettete einem Kind das Leben. Er bezahlt dafür mit dem Verlust seines Führerscheins und einer Geldstrafe von 4.500 Euro.

Sein Job ist es, Leben zu retten. Doch weil Dr. Alexander Hatz (51) mit einer rasanten Blaulichtfahrt die kleine Magdalena (2) aus Karlshuld (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) vor dem Erstickungstod bewahren wollte, soll er bestraft werden – zwei Autofahrer fühlten sich vom überholenden Notarztwagen bedrängt.

Es klingt wie eine Posse aus dem brandenburgischen Schilda, spielt aber in Oberbayern: Am 15. Januar erhielt der Mediziner einen Strafbefehl des Amtsgerichts Neuburg wegen Straßenverkehrsgefährdung. Er soll 4500 Euro zahlen und sechs Monate seinen Führerschein abgeben. Er sei nahezu ungebremst auf die Gegenfahrbahn ausgeschert und habe zwei entgegenkommende Autos zum Ausweichen aufs Bankett gezwungen. Dadurch habe er sich als ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeugs erwiesen, steht in dem Dokument. „Der letzte Satz ärgert mich besonders“, sagt Dr. Hatz. Seit 23 Jahren fährt er Notarzt-Einsätze, „noch nie habe ich auch nur einen Punkt bekommen.“

Als er am 23. April 2014 von der Rettungsleitstelle Ingolstadt den Einsatzbefehl „Kind mit Atemwegsverlegung“ bekommt, weiß er, dass Eile geboten ist: „Wenn so eine Störung nicht schnellstens beseitigt wird, dann stirbt das Kind.“ Mit Blaulicht, Martinshorn, Abblendlicht und Lichthupe macht sich Hatz auf ins zehn Kilometer von Neuburg entfernte Karlshuld. Magdalenas Mutter Susanne S. (40) wartet verzweifelt auf den Retter. Die Zweijährige hat beim Spielen Schnellkleber verschluckt und bekommt keine Luft mehr. Susanne S.: „Ich war froh, dass der Notarzt so schnell da war.“

Bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt scheint man über die Fahrt des Dr. Hatz weniger froh gewesen zu sein: „Auch wenn man Sonderrechte in Anspruch nimmt, muss es verhältnismäßig sein“, sagt Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Helmut Walter. Der Beschuldigte indes kann sich an keine gefährliche Situation erinnern. Hatz hat Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt und will einen Prozess.

Einen TV-Bericht zu dieser Geschichte finden Sie bei der RTL-Sendung "Explosiv".

tz

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