Zugunglück in Freihung
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Der vordere Teil der Lok brannte aus.

Schweres Unglück in Freihung

Zug rammt Transporter: Tote und Verletzte

Freihung - In der Oberpfalz rast ein Zug in einen Schwertransporter. Dieser war auf einem Bahnübergang liegen geblieben. Die Polizei spricht von einer chaotischen Lage. Zwei Tote wurden geborgen.

Update vom 9. Februar 2016: Mehrere Tote, hunderte Verletzte: Das ist die Bilanz eines schrecklichen Zugunglücks, das sich am Dienstagmorgen bei Bad Aibling (Kreis Rosenheim) ereignet hat. Zwei Züge des Meridian prallten aufeinander.

Der Lokführer hatte keine Chance. Mit rund 140 Stundenkilometern fuhr Hans H. in seinem Regionalzug am Donnerstagabend von Nürnberg Richtung Weiden. Nächster Halt war Freihung. Doch dort kam der Zug nie an. In Höhe des Ortsteils Freihung-Sand prallte der Zug um 22 Uhr in einen Sattelschlepper, der sich offenbar am Bahnübergang festgefahren hatte. Der Triebwagen schob die Zugmaschine mehrere Hundert Meter vor sich her. Dabei gerieten Lkw und Zug in Brand, der 35-jährige Lokführer und der 30-jährige Lkw-Fahrer waren vermutlich sofort tot.

Der Tieflader hatte einen Lkw der US Army geladen. Laut Polizei war der Sattelzug mit seiner zwölf Tonnen schweren Ladung aus Rumänien, wo das Militärfahrzeug im Einsatz war, in die Oberpfalz gefahren. Am Truppenübungsplatz Grafenwöhr sollte der Truck zu einer Reparatur abgeliefert werden.

Zug rammt Transporter: Tote und Verletzte

Statt über die B 299 wollte der rumänische Lkw-Fahrer offenbar abkürzen und über eine wenig befahrene Straße quasi über den Hintereingang auf den Truppenübungsplatz gelangen. Noch ist unklar, wieso der Sattelzug auf dem Bahnübergang zum Stehen kam und nicht weiterfuhr, obwohl das Blinklicht leuchtete und sich die Halbschranken senkten. Ein technischer Defekt? Blockierende Bremsen? Lokführer Hans H. in der Regionalbahn 3535 konnte nicht mehr halten – sein etwa 120 Tonnen schweres Fahrzeug benötigt aus Tempo 140 etwa 1000 Meter bis zum Stillstand.

„Der VT 612 bremst eigentlich ziemlich gut“, sagte ein Lokführerkollege von Hans H. zur tz. Er selbst ist diesen Abschnitt auch schon gefahren. Das Problem sei, dass man auf der geraden Strecke eben nicht so schnell zum Stillstand komme. Rund 400 Meter weit hat der Zug den Lkw mitgeschleift. Der Aufprall muss furchtbar gewesen sein: Die Leiche von Hans H., der aus der Region stammt, wurde erst nach Stunden im Erste-Klasse-Abteil gefunden, das sich direkt hinter dem Führerstand befindet. Die Polizei konnte auch am Freitag noch nicht sagen, welches Fabrikat der Lkw ist, so sehr wurde er zerstört.

Von den rund 40 Passagiere im Zug wurden 18 verletzt, einige von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Die 16-jährige Anabel aus Weiden, die in dem Zug saß, schildert gegenüber der dpa den Unfall: „Es gab einen lauten Knall, wir wurden durch den Waggon gewirbelt, danach sah ich riesige Flammen.“

Der 25 Jahre alte Rumäne, der als Beifahrer im Lkw saß, konnte sich offenbar gerade noch rechtzeitig aus der Zugmaschine retten. Von ihm erhofft sich die Polizei Klarheit über den Hergang des Unfalls.

Die Bahnstrecke ist voraussichtlich bis Montag gesperrt.

2001 gab es drei Tote

Schon einmal, am 22. Juni 2001, gab es acht Kilometer entfernt bei Vilseck einen tragischen Unfall. Damals wollte ein Lkw der US Army noch vor dem herannahenden Regionalzug die Gleise überqueren, blieb aber an den Schranken hängen. Die 18-jährige Beifahrerin konnte gerade noch aus dem Lkw springen. Die Auswertung des Fahrtenschreibers ergab, dass der Zug mit 153 km/h auf den Lkw prallte. Dessen 29-jähriger Fahrer und der Lokführer waren sofort tot, ein Fahrgast starb in dem brennenden Zug.

Zugunglück: Netz-User sind erschüttert

Volker Pfau

Volker Pfau

E-Mail:volker.pfau@tz.de

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