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Nachdem auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Vorra ein Brandanschlag verübt worden ist, hat die Polizei 5000 Euro Belohnung zur Ergreifung der Täter ausgeschrieben.

Rechtsextremismus-Expertin erwartet mehr Demos in Bayern

Würzburg/Nürnberg - Kundgebungen von Rechtsextremen sind in Bayern nicht selten. Dass es im Freistaat noch keine „Pegida“-Demo gab, könnte einer Expertin zufolge ein Hinweis auf baldige Anschläge sein.

Während sich in Dresden bereits mehr als 15 000 Menschen den Montagsmärschen der „Pegida“-Bewegung angeschlossen haben, hat es in Bayern noch keine Demonstration der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ gegeben. Lediglich in Würzburg gehen bislang Menschen für ähnliche Themen auf die Straße, darunter viele Rechtsextreme. Die Nürnberger Rechtsextremismus-Expertin Birgt Mair geht jedoch davon aus, dass das nicht mehr lange so bleiben wird. „Wir erwarten in Kürze eine ähnliche Veranstaltung in Nürnberg“ so die Leiterin des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass in Nürnberg oder München nichts läuft“, sagte Mair.

In Würzburg begleiteten in den vergangenen zwei Wochen bis zu 100 Menschen eine Demonstration unter dem Motto „Stoppt den Missbrauch des Asylrechts“, darunter viele aus der rechten Szene. Sie trugen Banner und Regenschirme mit der Aufschrift „Unser Land, uns're Werte“. „Die Rechten spielen auf jeden Fall eine Rolle. Die Parolen sprechen ja auch dafür“, sagte Mair. Das sei eine gezielte Flüchtlingshetze.

Ob tatsächlich die „Pegida“-Bewegung hinter den Demos in Würzburg steckt, ist nicht klar. In der Anmeldung der Versammlung bei der Stadt Würzburg beziehen sich die Veranstalter nicht darauf. Auch auf den Bannern und Plakaten ist „Pegida“ nirgendwo zu lesen.

Für die bisherige Zurückhaltung in Bayern fallen Mair mehrere Gründe ein: „Es kann sein, dass die Rechten ihre Kräfte aktuell in Dresden bündeln und erst später in Bayern starten.“ Außerdem seien die Gegendemonstranten und bunten Bündnisse gerade in Nürnberg sehr gut vernetzt und hätten schon viele Anläufe für rechte Kundgebungen gestoppt.

Es sei aber auch möglich, dass Anhänger der rechtsextremen Szene gerade nicht auf die Straße gingen, weil sie Anschläge planten. „Ich sehe ein Riesenproblem darin, dass die Neonazis derzeit gezielt terroristisch arbeiten. Das hat der Brandanschlag in Vorra ganz deutlich gezeigt. Und ich fürchte, dass es nicht beim Anbrennen von Asylbewerberheimen bleibt.“

dpa

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