Schon mit 18 in die Spielbank

München – Die bayerische Staatsregierung will mehr Menschen in die Spielbanken lockern: Künftig sollen Spieler schon ab 18 Jahren in den neun bayerischen Casinos zocken dürfen. Noch liegt das Zutrittsalter bei 21.

Die bayerische Staatsregierung will mehr Publikum in die neun bayerischen Spielbanken locken und dafür Restriktionen lockern. Eine Maßnahme sei, das Zutrittsalter abzusenken, sagte Finanzstaatssekretär Franz Pschierer (CSU) im Landtag. Nach der bayerischen Spielbankordnung ist der Zutritt zu den staatlichen Spielbanken erst ab 21 möglich; Pschierer plädierte dafür, die Altersgrenze auf 18 abzusenken. Dadurch könne in diesem Punkt „Waffengleichheit“ mit den gewerblichen Spielhallen hergestellt werden, sagte auch der CSU-Abgeordnete Philipp Graf Lerchenfeld.

Auch die Werbemöglichkeiten für die Spielbanken müssten erleichtert werden. In grenznahen Gebieten wie etwa Garmisch-Partenkirchen lockten österreichische Casinos wie etwa das in Seefeld offensiv Gäste über die Grenze. „Werbung muss auch für die bayerischen Spielbanken möglich sein“, forderte Pschierer. Außerdem solle der Einsatz von Kreditkarten erleichtert werden.

Der Forderung nach einer Privatisierung oder gar Schließung der Spielbanken erteilte Pschierer eine klare Absage. „Das ist für uns kein Thema“, kommentierte er einen entsprechenden Vorstoß der FDP. Deren Abgeordneter Jörg Rohde hatte sich mit einer Plakataktion vor Ort unbeliebt gemacht. Hintergrund ist, dass die Spielbanken wie berichtet tief in den roten Zahlen stecken. Zwei Institute – in Bad Steben und Bad Kötzting – haben noch nie Gewinn abgeworfen. Der Oberste Rechnungshof fordert, diese Häuser zu schließen. Pschierer erklärte jedoch, es sei möglich, 2014 „eine schwarze Null“ zu erreichen. Dies auch deshalb, weil die Beschäftigten schmerzhafte Konzessionen gemacht und beispielsweise auf die Erhöhung ihrer Bezüge mehrere Jahre lang verzichtet hätten.

Einzig die Grünen störten sich an den angedachten Erleichterungen für den Spielbanken-Betrieb. Anstatt die Spielbanken für neues Publikum zu öffnen, „müssen wir bei den privaten Spielhöllen ran“, sagte Eike Hallitzky.

Dirk Walter

Rubriklistenbild: © dpa

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