Bei Prozessauftakt

Schwere Missbrauchsvorwürfe: Angeklagter (57) streitet alles ab

Memmingen - Er soll den Sohn seiner damaligen Freundin 39 Mal sexuell missbraucht haben. Vor Gericht streitet der Angeklagte (57) alle Vorwürfe ab.

Im Prozess um schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes hat in Memmingen der 57 Jahre alte Angeklagte die Vorwürfe bestritten. „Das entspricht alles nicht der Wahrheit“, sagte er am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich vor elf Jahren in der Wohnung seiner damaligen Lebensgefährtin in Neu-Ulm wiederholt an deren Sohn vergangen zu haben. Der Bub war zur Tatzeit zwölf Jahre alt. Innerhalb eines halben Jahres soll es bis zu zweimal pro Woche zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Angeklagt sind 39 Fälle.

Die Anschuldigungen des heute erwachsenen Mannes könne er sich nicht erklären, sagte der Angeklagte, der seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft sitzt. Während der etwa fünfjährigen Beziehung mit der Mutter habe er zu deren Sohn und Tochter ein normales Verhältnis gehabt. „Ich habe noch nie einem Kind etwas angetan“, versicherte der Mann, der drei eigene Kinder hat.

Erst im Juli 2014 erstattete das mutmaßliche Opfer Anzeige gegen seinen Stiefvater - acht Jahre nach der Trennung von der Mutter. Auslöser war vermutlich ein überraschendes Zusammentreffen in der Wohnung. Der Angeklagte war auf Wunsch der Mutter zu Besuch gekommen, um einen Küchenschrank zu reparieren. Wenige Tage später ging der Sohn zur Polizei - zusammen mit der Mutter, die erst vor den Beamten von den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs erfuhr. „Ich wusste von nichts und habe auch nichts geahnt“, sagte die 60-Jährige als Zeugin vor Gericht. Für die Aussage ihres Sohnes wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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