Glatteis-Chaos in Bayern

Sechs Verletzte nach Serienunfall

Erkheim - Bei einem Serienunfall wegen Glatteis sind am Dienstagnachmittag auf der Autobahn München-Lindau (A96) sechs Menschen leicht verletzt worden.

Die Winter hat Bayern weiter fest im Griff. Auf schneebedeckten und eisglatten Straßen kam es am Montagabend und am Dienstag zu einer ganzen Reihe von Unfällen. Einer der folgenreichsten wurde von der Autobahn München-Lindau (A96) gemeldet: Dort wurden am Dienstagnachmittag im Kohlbergtunnel bei Erkheim (Landkreis Unterallgäu) bei einem Serienunfall wegen Glatteis sechs Menschen leicht verletzt. An den beteiligten Fahrzeugen entstand ein Schaden von insgesamt mindestens 300 000 Euro, wie das Polizeipräsidium Kempten mitteilte.

Die Autobahn war in Richtung Lindau für über eine Stunde komplett blockiert, erst dann konnte ein Fahrstreifen vorübergehend wieder freigegeben werden. Am Abend sollte die Autobahn wegen Bergungsarbeiten erneut gesperrt werden.

Auf eisglatter Fahrbahn war im Kohlbergtunnel zunächst ein Sattelzug ins Schleudern gekommen. Er prallte gegen die linke Tunnelwand und kam auf dem rechten Fahrstreifen zum Stehen. Die Fahrer zweier herannahender Sattelzüge wollten bremsen und ausweichen, verloren dabei aber auch die Kontrolle über ihre Brummis. Sie stießen zusammen und verkeilten sich ineinander. Drei nachfolgende Pkw prallten gegen die Laster. Dabei löste sich ein Pkw-Anhänger und stieß gegen ein weiteres Fahrzeug.

Im Berufsverkehr kam es am Dienstagabend vielerorts auf eisglatten Straßen zu Unfällen, betroffen waren vor allem Oberbayern und Schwaben. Allein im Bereich des Polizeipräsidiums Kempten kam es am Dienstag in der Zeit zwischen 0.00 und 18.30 Uhr zu mehr als 140 Unfällen - doppelt soviele wie an einem normalen Tag, wie die Polizei betonte. Mindestens 30 Menschen wurden verletzt. Unfallursache war nach Polizeiangaben fast immer nicht an die Wetterlage angepasstes Tempo. Sachschaden: insgesamt rund eine halbe Million Euro.

Zu einer Unfallserie mit 23 beteiligten Fahrzeugen und zehn Verletzten kam es am Montagabend auf der Autobahn 94 nahe Markt Schwaben, wie die Polizei mitteilte. Dort prallte ein Transporter gegen die Leitplanke und schleuderte zurück auf die Straße. Mehrere nachfolgende Autos krachten in die Unfallstelle. Im Laufe des Abends kam es laut Polizei in diesem Bereich zu weiteren Unfällen. Es entstand ein Gesamtschaden von rund 100 000 Euro.

Zu einem Auffahrunfall mit sechs Verletzten kam es am Montagabend bei Hohenbrunn auf der Autobahn 99 in Richtung Salzburg. Eine 40 Jahre alte Frau geriet mit ihrem Wagens in Schleudern und prallte auf das vor ihr fahrende Auto, in dem eine fünfköpfige Familie saß. Auch im Berchtesgadener Land kam es zu mehreren Unfällen. Ein 22 Jahre alter Autofahrer geriet am Dienstagmorgen bei Ramsau mit seinem Wagen über eine Böschung. Mehrere Zeugen leisteten dem Mann Erste Hilfe, ehe er in eine Klinik gebracht wurde, wie das Rote Kreuz berichtete.

Der Schneefall soll anhalten. Die Menschen in Bayern müssten bis diesen Mittwoch noch mit mehreren Zentimetern Neuschnee rechnen, sagte ein Experte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Dienstag in München. Erst zum Wochenende hin sollen die Temperaturen milder werden, wenngleich das Wetter unbeständig bleibt. Die Temperaturen sollen von Karfreitag bis Ostermontag auf sechs bis zwölf Grad steigen. Vor allem am Alpenrand werde es milder. Das bedeute jedoch nicht zwangsläufig Sonnenschein. Vielmehr bleibe das Wetter unbeständig mit Regen und Schneeregen.

dpa

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