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Dieser Faschingswagen sorgt für Aufruhr. Der zuständige Verein entschuldigt sich.

Staatsanwaltschaft ermittelt

"Ilmtaler Asylabwehr": So reagieren Verein und Bürgermeister

Reichertshausen - Ein Faschingswagen in Form eines Panzers mit der Aufschrift "Ilmtaler Asylabwehr" sorgt für Aufruhr. Jetzt hat der zuständige Verein reagiert und auch der Bürgermeister meldet sich zu Wort.

Der Veranstalter des Faschingsumzuges im oberbayerischen Reichertshausen hat sich die Teilnahme einer Panzerattrappe samt Aufschrift „Ilmtaler Asylabwehr“ entschuldigt. „Ich bedauere die Unachtsamkeit außerordentlich“, sagte Zugleiter Konrad Moll vom „Oberilmtaler Carneval-Verein“ (OCV) am Montag. Bei der Veranstaltung war am Sonntag ein als Wehrmachtspanzer dekorierter Wagen mit den Aufschriften „Ilmtaler Asylabwehr“ und „Asylpaket III“ mitgefahren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Volksverhetzung.

Moll hatte den Faschingsumzug organisiert und die Wagen abgenommen. „Ich war mir der Tragweite nicht bewusst“, sagte Moll. In der Kürze der Zeit habe er die Brisanz der Aufschrift nicht erkannt. Moll, der für die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) im Gemeinderat von Reichertshausen sitzt, wies darauf hin, dass auch ein Polizeibeamter bei der Aufstellung des Umzuges dabei war und nicht eingeschritten sei.

Moll nannte es „eine Katastrophe“, dass der OCV nun in die ausländerfeindliche Ecke gestellt werde. Tatsächlich seien im Faschingsumzug sogar Flüchtlinge mitgegangen. In der Kindergarde tanze zudem ein Mädchen mit dunkler Hautfarbe mit.

Der Reichertshausener Bürgermeister Reinhard Heinrich (CSU) bedauerte den Vorfall: „Es ist dumm, in der jetzigen Zeit ein Thema so aufzubereiten.“ Derzeit sei im Fasching eine hohe Sensibilität gefragt. Das vernichtende Echo auf die Panzerattrappe tue der Gemeinde doppelt weh, weil demnächst knapp 80 Asylbewerber im Ort untergebracht würden. „Im Helferkreis arbeiten über 50 Leute mit“, so Heinrich. Ihre Bemühungen würden durch die Panzerattrappe konterkariert.

DPA

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