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Jahrelang wurde darum gestritten, ob der Steigerwald ein Nationalpark werden soll. Jetzt sind die Pläne vom Tisch.

Neue Pläne

Steigerwald: Weltnaturerbe statt Nationalpark

Bamberg - Jahrelang wurde gestritten, was mit dem Steigerwald passiert. Jetzt gibt es neue Pläne: Statt ein Nationalpark soll der Wald Weltkulturerbe werden.

Der Steigerwald soll zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt werden - die Pläne für einen Nationalpark in Franken sind somit vom Tisch.

„Wir wollen im Steigerwald das erste Weltnaturerbe Bayerns schaffen“, sagte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) am Dienstag in München. Damit werde der Schutz des Waldes auf ein neues Niveau gehoben. „Ein Nationalpark ist dafür nicht nötig“, sagte Scharf.

Eine Arbeitsgruppe soll nun Vorschläge machen, welche Maßnahmen auf dem Weg zum Weltnaturerbe nötig sind. Vorstellen könne sie sich die Einrichtung eines Naturschutzgebiets oder eines Biosphärereservats, sagte Scharf. „Bis März sind wir bei einer Entscheidung.“ Bis der Steigerwald den Titel Weltnaturerbe tragen darf, werde es aber noch länger dauern.

Unterschiedliche Konzepte

Voraussetzungen für die Aufnahme auf die UNESCO-Liste sind vor allem ein außergewöhnlicher universeller Wert, die Unversehrtheit und die Gewährleistung des Schutzes.

Ein Nationalpark dagegen ist ein weitgehend von Menschen unberührtes oder zumindest wenig umgestaltetes Gebiet. Es soll großräumig und einzigartig sein und sich weitgehend ungestört entwickelt können. In einem überwiegenden Teil sollen die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets erfüllt sein, wie es beim Bundesamt für Naturschutz heißt. Wird der Steigerwald Weltkulturerbe, wird dieses Konzept verworfen.

Kontroverse Diskussion

Das stößt nicht überall auf Zustimmung: SPD-Umweltpolitiker Florian von Brunn hält einen Nationalpark in Franken weiterhin für eine gute Lösung. Der Park sei eine Chance für einen naturverträglichen Tourismus in der Region. Ähnliche Vorteile eines Nationalparks sieht Grünen-Landeschefin Sigi Hagl: „Nur damit kommen wir unserer Verantwortung nach, ein zusammenhängendes Gebiet an alten Buchenwäldern zu schützen, das einen einzigartigen Lebensraum in Mitteleuropa bietet.“

Auch der Bund Naturschutz betonte am Dienstag, man werde weiter für einen Nationalpark Steigerwald kämpfen. Dieser sei die beste Lösung zum Schutz der ökologisch wertvollen Wälder. Grundsätzlich sei aber eine Bewerbung um den Weltnaturerbe-Status zu begrüßen. Denn wenn die Staatsregierung es ernst meine mit ihrer Bewerbung, müsse ein großflächiges, dauerhaft nutzungsfreies Waldschutzgebiet ausgewiesen werden. Und dann sei auch der „Nationalpark nicht mehr zu stoppen“. Dieser stärke die Region und schaffe Arbeitsplätze, etwa im Tourismus.

Jahrelanger Streit um Steigerwald

Generell kritisch sehen das Thema die Freien Wähler. „Man sollte aufhören, krampfhaft nach einem Schutzstatus für den Steigerwald zu suchen“, sagte Fraktionschef Hubert Aiwanger. Der Wald sei deshalb so schön, weil er in den vergangenen Jahrhunderten ordentlich bewirtschaftet worden sei. „Und das soll so bleiben.“

Seit Jahren tobt um den Steigerwald ein teils erbittert geführter Streit. Nationalparkgegner fürchten das Aus für die Holzwirtschaft in der Region, die Anhänger der Nationalparkpläne hoffen dagegen beispielsweise auf mehr sanften Tourismus und auf mehr Schutz für die teils jahrhundertealten Buchenbestände.

dpa

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