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Diese jungen Männer hatten beim Faschingsumzug in Würzburg ihren Spaß.

Trotz trüben Wetters

Großer Andrang bei Faschingsumzügen in Bayern

Nürnberg/Würzburg - Die Fastnachtsumzüge in Bayern zogen am Sonntag wieder viele tausend Menschen an. Den längsten Gaudiwurm gab es wieder in Würzburg, den angeblich ältesten in Nürnberg.

Viele ließen sich auch vom nasskalten Winterwetter nicht die Laune verderben: Trotz vielerorts trist-grauen Himmels haben am Fastnachtssonntag mehrere hunderttausend Narren in Bayern die traditionellen Faschingsumzüge besucht. Allein in Würzburg säumten nach Polizeiangaben rund hunderttausend Menschen die Zugstrecke durch die Altstadt. Hier zeigte sich sogar immer mal wieder die Sonne.

Ähnlich viele Zuschauer waren es in Nürnberg, wo rund 40 Fußgruppen und Motivwagen mehr als zwei Stunden lang durch die Innenstadt zogen. Etwas geringer als im Vorjahr fiel der Zuspruch beim Gaudiwurm in Marktoberdorf im Allgäu aus. Dort säumten rund 25.000 Schaulustige die Zugstrecke.

Als Narrenhochburg im Freistaat erwies sich wieder einmal Würzburg. Hier drängten sich schon vor Beginn des Zugs viele närrisch verkleidete Bewohner der Bischofsstadt am Straßenrand. Viele jubelten den 160 Gruppen zu - immer auch in der Hoffnung, reichlich mit Knollen bedacht zu werden. Tatsächlich brachten die Teilnehmer bei einem der größten Faschingszüge Süddeutschlands wieder tonnenweise Bonbons unters Volk.

„Das ist für alle ein Spaßzug“, sagte Zugmarschall Michael Zinnhobel von der 1. Karnevalsgesellschaft Elferrat. Für die besondere Stimmung in der unterfränkischen Faschingshochburg sorgen seiner Meinung nach auch die vielen Studenten in der Residenzstadt: „Die gehen auf die Straße und wollen halt feiern.“

Einige Teilnehmer nutzten den Faschingszug auch für politische Statements. So spießte eine Gruppe unter dem Motto „NSA - oh weh, oh weh, Narren stets ANhören, nicht ABhören!“ die amerikanische Abhöraffäre auf. Eine andere hatte angekündigt, sich der Lokalpolitik zuzuwenden, und meinte angesichts des Hin und Her um eine neue Straßenbahnlinie: „Berlin lacht jetzt schon Würzburg aus“.

Eher auf Tradition setzten die Veranstalter des Nürnberger Fastnachtszugs. Nach Angaben der Veranstalter ist er mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1397 der älteste närrische Festumzug in Deutschland. Angeführt von dem Faschingsverein der „Schwanenritter“ sowie den Büttnern und den zum Winteraustreiben angetretenen „Urzeln“ schlängelte sich der närrische Gaudiwurm rund zwei Stunden durch die Altstadt.

Erstmals nahmen an dem Umzug auch wieder zwei Spielmannszüge teil. Da immer weniger Musikgruppen ihren älteren Musikern die Strapazen eines Faschingsumzugs zumuten wollen, hatte der Zug im Vorjahr erstmals ohne Spielmannzüge auskommen müssen.

25.000 Zuschauer bei Marktoberdorfer "Gaudiwurm"

Bunt und laut ging es am Sonntag auch in Schwaben zu. Rund 25.000 Zuschauer verfolgten nach Angaben der Veranstalter den Marktoberdorfer „Gaudiwurm“. Mit einer Länge von 3,5 Kilometern und rund 1500 Teilnehmern aus Vereinen der Umgebung zählt er zu den größten Faschingsumzügen der Region.

Rund 90 Gruppen, darunter 15 Musikkapellen, zogen durch die Innenstadt und stellten in fantasievollen Kostümen und auf bunt geschmückten Festwagen ihre lustigen Bilder und frechen Sprüche vor.

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hüttenwang etwa nahmen die verzweifelte Suche nach der Alligator-Schildkröte Lotti im Oggenrieder Weiher auf die Schippe. Nur bekleidet mit Badehose und Bikini präsentierten sie sich auf einem Motivwagen in einem mit Wasser gefüllten Planschbecken zusammen mit einer Plastikschildkröte.

Auf einem Plakat verkündeten sie: „Wir haben Lotti.“ Die Zugorganisatorin Anne Roth zeigte dennoch etwas betrübt: „Ich finde es gemein, dass heute so ein graues Wetter ist. Die vergangenen Tage war es so schön.“

dpa

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