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Studie der Landkreise und der Stadt München

17 Kilometer Rad-Schnellweg geplant

München - Rad-Schnellstraßen gelten bei Verkehrsplanern mittlerweile als echte Alternative zum Autoverkehr auf der Straße. Nur gebaut worden ist in Bayern noch keine dieser „Radlautobahnen“. Das soll sich nun ändern.

München gilt als heimliche Radlhauptstadt. 17 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens, so wurde 2011 ermittelt, findet auf dem Fahrrad statt. Mittlerweile dürfte es noch etwas mehr sein. Weniger bekannt ist, dass auch einige Gemeinden im Umland regelrechte Radl-Metropolen sind. In Dachau wurde der Anteil des Fahrrads am gesamten Verkehrsaufkommen 2010 gemessen: 21 Prozent. In Gräfelfing sind es sogar 26 Prozent – jeder vierte, der sich auf öffentlichen Straßen bewegt, nutzt das Fahrrad. Dieser Prozentsatz wurde auch in Oberhaching erreicht, in Karlsfeld und Gauting fahren immerhin genauso viele Leute Radl wie in München. Es gibt aber auch Regionen mit besonders vielen Fahrradmuffeln. In den Landkreisen Freising und Ebersberg spiele das Radl „nur eine untergeordnete Rolle“, heißt es in einer neuen Potenzialstudie des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum. In der Untersuchung werden die Chancen von Radl-Schnellwegen von dem Umland in die Landeshauptstadt ausgelotet.

Am Freitag wird das Thema im Landratsamt München von Experten diskutiert. Denn bisher fahren die Radler vor allem innerorts. Jetzt sollen die Fahrradfahrer auch zu längeren Etappen motiviert werden – mit Rad-Schnellstraßen, wie man sie von den Niederlanden oder Dänemark kennt. „In den Niederlanden wurden diese Wege sogar zur Entlastung der Autobahnen gebaut“, sagt der Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, Armin Falkenhein. „Radschnellverbindungen zielen vor allem auf den Alltagsradverkehr, und hier insbesondere auf den Berufs- und Ausbildungspendlerverkehr, im Entfernungsbereich bis 15 Kilometer, ab“, heißt es in der Studie. „Die Mindestlänge sollte fünf Kilometer nicht unterschreiten.“

14 Korridore haben die Experten im Auftrag von vier Landkreisen sowie der Stadt München untersucht. Sechs kamen in die engere Auswahl. Eine Route – 17 Kilometer von Garching-West nach München – schneidet so gut ab, dass die Experten empfehlen, sie als erste zu bauen. Aussagen zu den Kosten oder dem Zeitpunkt des Baus treffen sie allerdings nicht.

Viel Aufwand dürfte vor allem die Planung beanspruchen. Gebaut ist so ein Weg relativ leicht. Ein Rad-Schnellweg soll vier Meter breit und möglichst kreuzungsfrei sein, sagt ADFC-Chef Falkenhein. Hindernisse wie eine Helmpflicht oder eine Mindestgeschwindigkeit gibt es nicht – „schnell ist der Weg nur, weil man dort ohne rote Ampeln rasch vorankommt.“ Das ständige Anhalten an Kreuzungen und Ampeln koste die Radfahrer die meiste Zeit. Die Finanzierung – etwa eine Million Euro je Kilometer – erscheint machbar. Falkenhein empfiehlt, das Geld aus dem regulären Straßenbau-Haushalt zu entnehmen – „denn die Radlwege entlasten ja die Straßen“.

Ebenfalls am Freitag soll die Planung von Radschnellwegen im Raum Nürnberg auf den Weg gebracht werden. Die Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen, Herzogenaurach und Schwaben planen mit umliegenden Landkreisen ebenfalls ein Pilotprojekt. In diesem Fall beteiligt sich der Freistaat an den Kosten.

Dirk Walter

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