Phantombild: Bluttat in Bad Reichenhall
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Dieses Phantombild wurde von der Polizei veröffentlicht. Es zeigt den Täter des brutalen Raubmordes von Bad Reichenhall.

Hohe Belohnung ausgesetzt

Bad Reichenhall: So sieht der WM-Mörder aus

Bad Reichenhall - Mehr als eine Woche ist seit dem brutalen Raubmord in Bad Reichenhall vergangen. Der Täter ist noch flüchtig. Jetzt hat die Polizei ein Phantombild veröffentlicht - und eine hohe Belohnung ausgesetzt.

Bad Reichenhall, das war bis vor wenigen Tagen gleichbedeutend mit Ruhe, Beschaulichkeit, guter Bergluft und friedlichem Miteinander. Doch nun zeigt sich der zweite Bürgermeister Manfred Hofmeister tief erschüttert über Vorgänge im Ort, wie er sie so nicht kannte: „Da ist ein so enormes Gewaltpotenzial freigeworden, wie man es sich nicht vorstellen mag.“ In der Nacht auf vergangenen Montag, nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft, wurde der Rentner Alfons S. (72) dermaßen brutal zusammengeschlagen, dass er später starb. Nur wenige hundert Meter weiter griff jemand eine 17-Jährige mit einem Messer an. Zunächst musste man um das Leben der Schülerin Sarah bangen, inzwischen geht es ihr etwas besser.

Das Fahndungsplakat der Polizei (zum Vergrößern hier klicken).

Dass beide Male der gleiche Täter zugeschlagen hat, davon gehen die Ermittler der Soko 14. Juli aus. Ein Indiz, das dafür spricht: Am Rad von Sarah wurde die DNA des ersten Opfers entdeckt. Durch die Aussagen des Mädchens und durch Beobachtungen von Passanten konnten die Ermittler gestern ein Phantombild erstellen. Es zeigt einen fast schüchtern wirkenden jungen Mann. Er soll zwischen 20 und 30 Jahren alt sein, zwischen 1,75 und 1,85 Meter groß. Seine Figur wird als athletisch beschrieben. Bekleidet war er mit dunkler Hose, schwarzem Kapuzen-Shirt, dunklen Schuhen mit weißer Umrandung. Für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, hat das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung von 20 000 Euro ausgesetzt. Hinweise an die Kripo Traunstein unter der Telefonummer 0861/9873411.

Einer von mehreren Verdächtigen, der am Freitag auf Beschluss eines Ermittlungsrichters in U-Haft gekommen war, saß gestern weiter hinter Gittern. Er könnte aber freikommen, falls ein Gutachten seine Unschuld beweist. Noch immer fehlen Gegenstände der beiden Opfer. Es handelt sich dabei um einen Geldbeutel des Rentners und eine Frauenhandtasche. Bei der Absuche an den beiden Tatorten übers Wochenende wurden zwar viele Gegenstände gefunden, nichts davon aber steht in Verbindung mit dem grausamen Verbrechen. Entdeckt wurden aber verschiedene DNA-Spuren. Von wem sie stammen und in welcher Beziehung sie zu Opfern stehen, darüber kann noch keine Aussage getätigt werden. Theoretisch könnten sie von jedem stammen, der am WM-Abend mit Alfons S. und Sarah in Kontakt gestanden hatte.

Die Reichenhaller sind sehr beunruhigt, viele verlassen ihr Haus mit einem mulmigen Gefühl. Auch wenn die Polizei überall Präsenz zeigt. Der zweite Bürgermeister Hofmeister erinnert sich gegenüber dem Traunreuter Anzeiger an eine ähnliche Stimmung in der Kurstadt im Jahr 1993. Damals wurden die Wirtsleute im Reichenhaller Haus auf dem Hochstaufen von zwei jungen Ausbrechern erschossen. Zwei Wochen später wurden die beiden in Kroatien gefasst, von da an herrschte wieder Ruhe in der Stadt.

mc

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