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Aus der Delfin-Lagune im Nürnberger Tiergarten soll Salzwasser ausgetreten sein.

Wegen Delfin-Lagune

Staatsanwalt ermittelt gegen Nürnberger Zoo

Nürnberg - Dem Nürnberger Tiergarten droht neuer Ärger wegen seiner umstrittenen Delfin-Lagune. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Austritts von Salzwasser.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth habe wegen des Austritts von Salzwasser aus der Delfin-Lagune im Nürnberger Tiergarten erneut Ermittlungen gegen den Zoo aufgenommen, sagte Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Hintergrund sei eine Beschwerde der Organisation Peta.

Im Sommer 2011 war Salzwasser aus dem Becken ausgetreten und hatte Schäden in einem Wäldchen neben der Lagune verursacht. Die Ermittlungen gegen den Tiergarten wegen Bodenverunreinigung hatte die Staatsanwaltschaft allerdings eingestellt. Aufgrund der Beschwerde von Peta bei der Generalstaatsanwaltschaft und neuer Vorwürfe werde der Fall jetzt noch einmal überprüft, sagte Gabriels-Gorsolke. Zudem habe Peta neue Vorwürfe wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz erhoben. Auch dem werde nachgegangen.

Absenken des Wasserspiegels

Für Zoochef Dag Encke war die Nachricht neu: „Ich wusste weder, dass die Ermittlungen komplett eingestellt wurden, noch dass es eine neue Überprüfung gibt“, sagte er am Dienstag. Bislang sei noch keine Technik gefunden worden, um den Beckenkopf auf 380 Metern abzudichten, erläuterte er. Übergangsweise hat der Tiergarten den Wasserspiegel abgesenkt, um einen weiteren Austritt von Salzwasser zu vermeiden.

Edmund Haferbeck von Peta bezweifelte die Wirksamkeit der Lösung: „Wenn die Delfine bei den Vorführungen springen, schwappt doch immer wieder Wasser über und gelangt so an die undichte Stelle.“ Laut Tiergartenchef Encke finden regelmäßig Messungen an einer Messstelle unterhalb der Lagune statt. „Der Salzwassergehalt geht zurück, es gab aber auch immer wieder nicht eindeutig erklärbare Schwankungen.“

Peta fordert Neubau des Beckens

Die rund 1000 Seiten Ermittlungsakten liegen Peta nach eigenen Angaben vor. Fachleute seien dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass nur ein teilweiser Neubau des Beckens während der überwiegend trockenen Sommermonate das Problem lösen könne, sagte Haferbeck. Dazu müsse die Lagune aber bis zu neun Monate komplett geschlossen werden, die Delfine müssten vorübergehend in anderen Zoos untergebracht werden. „Das sagen nicht wir von Peta, das sind Ergebnisse, die in den Ermittlungsakten stehen“, betonte Haferbeck.

Encke sagte, er kenne solche Gutachten. Dabei seien aber Schwimmbadnormen zugrunde gelegt worden. Ein Neubau der Lagune, die rund 24 Millionen Euro kostete, sei unrealistisch. Die Suche nach einer geeigneten Abdichtung laufe derzeit weiter.

dpa

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