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16 Bundeswehrsoldaten sind in Mittenwald nach einem Blitzeinschlag verletzt worden (im Bild ist einer der versorgten Soldaten mit Rettungskräften zu sehen).

Nach der Mega-Hitze kamen die Gewitter

Unwetter: Video zeigt bedrohliche Wolken und Blitze

München - Bevor die Hundstage am Donnerstag starten, sind am Mittwochabend teils kräftige Unwetter durch den Freistaat gezogen. Wir haben die Bilder.

+++ So wird das Wetter am Wochenende: In München und ganz Bayern muss man sich auf einen Wechsel zwischen Hochsommer und Hitze einstellen. Die Gewitter-Gefahr ist längst noch nicht vorbei.

+++ Die Kollegen vom Tölzer Kurier haben von einer Leserin wunderbare Bilder vom Walchensee erhalten, die in einer Galerie veranschaulichen, wie das Gewitter über dem paradiesischen Gewässer aufzieht.

Walchensee in 30 Minuten

+++ Über die tz-Facebook-Seite hat uns John Takacs auf ein Video aufmerksam gemacht, das das Gewitter südlichwestlich von München zeigt.

+++  Zuerst war es 37 Grad heiß, am Abend krachte es dann ordentlich in Bayern. Gewitter und Regen zogen über den Freistaat - und außerdem brachte der Tag einen Wetter-Rekord.

+++ In Mittenwald hat es am Mittwochabend ordentlich gekracht. 16 Soldaten einer Mittenwalder Bundeswehreinheit sind laut Polizei nach einem Blitzeinschlag verletzt worden. Sie waren gerade in der Grundausbildung bei einem Biwak. Drei Verletzte mussten in das Klinikum nach Garmisch-Partenkirchen gebracht werden, ihre Kameraden wurden oberhalb der Gröblalm versorgt. 17 Rettungsfahrzeuge waren insgesamt im Einsatz, ebenso wie zwei Hubschrauber. Auch die Bergwacht Mittenwald und die Polizei waren vor Ort.

+++ Warnung vor extremem Unwetter gibt der Deutsche Wetterdienst am Mittwochabend für die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach heraus. Dunkellila sind die Flächen derzeit in der Bayernkarte eingezeichnet. Das kann schweres Gewitter mit Orkanböen, extrem heftigem Starkregen und Hagel bedeuten. Für die Landeshauptstadt München warnt der DWD "nur" vor markantem Regen und starken Gewittern.

Ab Donnerstag beginnen die Hundstage

Manche Bauernregeln gehen so: "Geht die Sonne feurig auf, folgen Wind und Regen drauf." Oder: "Der Nordwind ist ein rauher Vetter, doch er bringt beständig's Wetter." Die Bauernregeln entziehen sich jeder wissenschaftlichen Grundlage. Sie gelten als Tautologien mit wenig Aussagekraft. Doch so ein bisschen Wahrheit scheint manchmal doch drinzustecken. Und es gibt eine Wetter-Bauernregel, die sogar statistisch belegt ist.

Ab Donnerstag beginnen die sogenannten Hundstage (mit dem Hund an sich hat der Begriff Hundstage übrigens nichts zu tun. Zwar schwitzen die Vierbeiner bei großer Hitze auch ganz ordentlich, aber diese Bauernregel geht auf das Sternbild des großen Hundes zurück). Die Hundstage dauern gut vier Wochen und sollen die heißesten Tage des Jahres beziehungsweise des Sommers bringen. Laut dem Wetter-Portal wetter.net ist diese Regel statistisch gesehen sogar korrekt.

Hitze-Rekord in München eingestellt

München scheint allerdings die Hundstage schon hinter sich zu haben: Der heutige Mittwoch ist nämlich der 13. „heiße Tag“ in der bayerischen Landeshauptstadt in diesem Juli mit Temperaturen von mindestens 30 Grad Celsius. Damit wurde der Münchner Rekord von 2006 eingestellt. Auch damals gab es im Juli 13 „heiße Tage“, wie Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst in München sagt.

Das Wetter in Bayern hält sich nicht an Bauernregeln

So wirklich mag sich das Wetter in Bayern also nicht halten an die Bauernregel von den Hundstagen: "Die Unwettergefahr verlagert sich in der Nacht zum Donnerstag weiter Richtung Ost- und Südostdeutschland", so Wetter-Experte und Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Tendenziell scheine der Sommer damit einen Gang zurückschalten, was vielen Menschen aber wohl gelegen kommen dürfe, wenn nach der großen Schwüle ein paar kühlere Tage zum Durchatmen kommen würden. Die Temperaturen liegen demnach am Donnerstag im Schnitt zwischen 23 und 28 Grad Celsius. Ähnlich sieht es am Freitag und Samstag aus.

Sehen Sie nach, wie das Wetter in ihrer Region wird.

Hagel-Alarm in Bayern

In Bayern kann es kräftig hageln.

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zieht am Mittwochabend von Nordwesten eine Kaltfront nach Bayern. Diese erreicht bis Donnerstagmittag die Alpen. Dahinter fließt kühlere Meeresluft ein. Gewitter kann es an den Alpen bereits am Mittwochnachmittag geben. Dabei muss mit Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, kleinkörnigem Hagel und Sturmböen um die 80 Kilometer pro Stunde gerechnet werden. Vereinzelt seien laut DWD unwetterartige Entwicklungen mit heftigen Starkregen mit mehr als 30 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich. Hinzu kommen Hagel mit Korngrößen um drei Zentimeter und schwere Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde. Verschont bleiben zunächst weite Teile Niederbayerns. Bis Donnerstagmittag können vor allem in Südbayern gebietsweise zwischen 20 und 40, lokal um 50 Liter pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden zusammenkommen.

Ob es dann im August noch mal eine große Hitze gibt, könne man derzeit nicht vorhersagen, heißt es in einer Mitteilung von wetter.net. Doch auf die Bauernregel von den Hundstagen kann man sich laut den Wetterstatistiken verlassen.

mm

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