Im vergangenen Jahr war Pistorius einer Verurteilung wegen Mordes entgangen. Foto: Stringer/Archiv
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Im vergangenen Jahr war Pistorius einer Verurteilung wegen Mordes entgangen.

Ihm droht härtere Strafe

Pistorius muss sich einem neuen Mordprozess stellen

Johannesburg - Oscar Pistorius machte als beinamputierter Sprinter Furore. Mit den tödlichen Schüssen auf seine Freundin folgte ein tiefer Fall. Jetzt kommt der 28-Jährige erneut vor Gericht. Und muss eine wesentlich härtere Strafe befürchten.

Der Mordprozess gegen Südafrikas Ex-Sportstar Oscar Pistorius wird wieder aufgerollt. Auf den beinamputierten Sprinter kommt ein Berufungsverfahren zu, wie am Freitag in Johannesburg bekannt wurde. Pistorius war vor einem halben Jahr wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft will in der Berufung nun eine Verurteilung wegen Mordes erreichen - dann würde Pistorius ein höheres Strafmaß drohen. Richterin Thokozile Masipa sagte am Freitag in Johannesburg, die Einwände von Pistorius' Anwälten gegen eine Berufung seien nicht ausreichend.

Pistorius hatte seine Freundin Reeva Steenkamp am Valentinstag 2013 mit vier Schüssen durch eine geschlossene Badezimmertür getötet. Der heute 28-Jährige beteuert, er habe einen Einbrecher im Haus vermutet.

Das Berufungsverfahren wird vor einem höheren Gericht in Bloemfontein verhandelt werden, voraussichtlich in den kommenden Monaten. Dabei werden keine neuen Zeugen gehört werden, sondern nur die Prozessunterlagen der ersten Instanz überprüft. Sollten die Richter Pistorius des Mordes für schuldig befinden, können sie auch ein neues Strafmaß verhängen. Mit seinem bisherigen Strafmaß - fünf Jahre Haft - aus dem vergangenen Jahr könnte der frühere Superstar schon nach zehn Monaten aus dem Gefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt werden.

Richterin Masipa hatte eine Berufung bereits im Dezember zugelassen, die Verteidigung versuchte diese jedoch mit verfahrensrechtlichen Argumenten zu verhindern. Masipa sagte am Freitag, sie könne dem Antrag der Verteidigung nicht stattgeben, da sie damit ihre eigene Entscheidung widerrufen würde.

Pistorius wurden als Kind beide Beine amputiert - mit Hilfe von Hightech-Prothesen machte er bei Paralympics und auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London Furore.

dpa

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