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Sebastian Edathy geht Lebenspartnerschaft ein.

Ex-Politiker äußert sich nach Kinderporno-Affäre

So lebt Sebastian Edathy im selbst gewählten Exil

München - Erstmals seit mehr als zwei Jahren hat sich der über eine Kinderpornografie-Affäre gestürzte frühere SPD-Politiker Sebastian Edathy öffentlich umfassend geäußert.

Im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" übte Edathy laut am Donnerstag vorab veröffentlichten Aussagen Selbstkritik, beklagte aber auch seine soziale Ächtung. Man habe ihn "noch kleiner als ein Atom" machen wollen, sagte Edathy. Das Magazin hatte ihn an dessen geheimen Domizil am Rande einer arabischen Stadt besucht. Dorthin hatte er sich nach der Kinderporno-Affäre zurückgezogen.

Zugleich räumte Edathy demnach ein, sich zu spät zu seiner moralischen Schuld bekannt zu haben. Der Erwerb von Filmen mit nackten Jugendlichen sei "unnötig und falsch" gewesen. Edathy betonte allerdings, er habe "kein sexuelles Interesse an Minderjährigen". Womöglich sei er "strukturell generell ein Borderliner", erklärte er mit Blick auf sein Fehlverhalten.

Der einstige Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestags war im Februar 2014 von allen Ämtern zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft bekannt gemacht hatte, dass der Politiker von einem Versand in Kanada Nacktbilder von Minderjährigen bezogen hatte. Edathy war wegen des Besitzes kinderpornografischen Materials angeklagt worden, das Landgericht Verden hatte den Prozess aber im März 2015 gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Er gilt damit juristisch weiter als unschuldig und ist nicht vorbestraft.

Edathy macht Ernst mit neuem Freund 

Wegen massiver Morddrohungen sei er zumindest vorübergehend aus Deutschland geflohen. Dem Bericht zufolge lebt Edathy in Nordafrika bescheiden und ohne ein laufendes Einkommen von Ersparnissen und kleinen Zuwendungen der Verwandtschaft. Ihn plagten angesichts der Perspektivlosigkeit seines Lebens Selbstmordgedanken. 

Zumindest privat zeichneten sich aber nun neue Perspektiven ab. Edathy will sich im Dezember in Deutschland offiziell verpartnern. Sein Partner sei Hotelmanager in dem arabischen Land, in dem Edathy jetzt wohne. 

Edathy-Affäre: Die wichtigsten Personen

dpa/AFP

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