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Helmut Fischer feiert 70. Geburtstag

Am Dienstag wäre Helmut Fischer 90 geworden

Kollegen erinnern sich: Monaco Franze, unsere ewige Liebe

München - Am Dienstag wäre Helmut Fischer 90 Jahre alt geworden. In der tz erinnern sie sich an den „Ewigen Stenz“, der im wahren Leben aber ganz anders war.

Am Dienstag wäre Helmut Fischer 90 Jahre alt geworden. Aber was heißt schon wäre? In Millionen Herzen lebt er weiter, und ganz besonders bei Weggefährten, die mit ihm im Monaco Franze gespielt haben. In der tz erinnern sie sich an den „Ewigen Stenz“, der im wahren Leben aber ganz anders war.

Das wissen die Udes besonders gut, die mit Helmut Fischer (1926 – 1997) und seiner vor vier Jahren verstorbene Frau Utta eng befreundet waren. Alt-OB Christian Ude erinnert sich: „Helmut Fischer hatte zwar viele gemeinsame Züge mit seiner Paraderolle, er hat sich wahnsinnig für Frauen interessiert – aber er war jahrzehntelang mit seiner Utta beisammen, er war ein pedantischer Arbeiter und politischer Mensch durch und durch. Er war anders. Und er hasste Trachten und liebte Jeans und Turnschuhe …“

Christine Zierl: Er war wie ein Papa zu mir

Christine Zierl (54) alias Dolly Dollar spielte in „Die italienische Angelegenheit“ ein Gschpusi vom Monaco Franze: Ich war so jung – und er einfach entzückend. Wie ein Papa behandelte er mich. Unvergesslich bleibt mir ein besonderes Ereignis: 1982 – Italien hatte Deutschland im Finale besiegt und war Fußball-Weltmeister geworden – fuhr ich beim Jubel-Corso auf dem Auto meines italienischen Freundes auf der Leopoldstraße mit. 19 Jahre alt und hochschwanger. Das sah der Helmut Fischer, der gerade mit Helmut Dietl in Schwabing unterwegs war. Er kam sofort angerannt und zog mich vom Wagen runter, schimpfte: „Spinnst du, mit Baby im Bauch geht das doch nicht!“ Na klar war er auch ein Stenz und hat den Frauen gern hinterhergeschaut, aber mir gegenüber benahm er sich immer rührend und nett – ein liebenswerter, lustiger Mensch, der mein Held bleiben wird.

Olivia Pascal: Sein Herzensblick ist unerreicht

Olivia Pascal (57), in Folge 7 als Herzensdame Jacqueline: Als Monaco Franze war Helmut Fischer sehr authentisch – wie er überhaupt sehr authentisch war. Ich vermisse ihn noch immer. Seinen humorvollen Geist, seine Gelassenheit, seinen Herzensblick auf das Weltgeschehen. Man konnte sich mit ihm über alles austauschen, er hat – auch wegen seiner eigenen schweren Zeiten – die Augen nie verschlossen.

Umso mehr hat er seine unglaubliche späte Karriere geschätzt. Dass Helmut ­Fischer etwas zeitlos Menschliches verkörpert hat, sieht man auch daran, dass bei jeder Wiederholung vom Monaco Franze neue Fans, neue Generationen hinzukommen.

Christine Kaufmann: Ein Original wie Karl Valentin

Christine Kaufmann (71), in der Serie als Olga, Annettes Angestellte: Man muss ein bisschen ausholen: Helmut Dietl hat es geschafft, die Figur des bayerischen Eigenbrötlers perfekt einzufangen. Auch deswegen ist Helmut Fischer als Monaco Franze unvergessen, ich würde ihn hier sogar mit Karl Valentin vergleichen.

Helmut Fischer ist das bayerische Unikat mit den liebevollen Augen. Ich erinnere mich an unsere erste Begegnung. Er sagte mir über ein BR-Filmprojekt zu Schneewittchen: „Du könntest das Schneewittchen spielen.“ Ich fragte ihn: „Und was spielst du?“ Und er erwiderte prompt: „Ich bin einer von den sieben Zwergen.“ Wie er das sagte, dieser Mann, der vier Köpfe größer war – das ist typisch Helmut Fischer. Ein einmaliger Mensch.

Georg Maier: Wir lagen am Boden vor Lachen

Georg Maier (75, Theaterdirektor Iberl-Bühne) spielte den Herrn Labersdorf in „Der Friedensengel“: Ein Mann zum Abbusseln und Niederknien, auch wegen seines komischen Talents – das war der Helmut Fischer schon, bevor ihn der Helmut Dietl entdeckte. Es muss Ende der 70er gewesen sein, als wir Mein Freund, der Scheich unter der Regie von Rainer Erler drehten, da spielte ich einen Landrat und Fischer meinen Adjutanten – in einem Wirtshaus vor 150 Komparsen. Ich sollte eine Rede am Podium halten und Fischer mir das Manuskript aus einer Aktentasche reichen – was irgendwie nicht hinhaute: Erst kriegte er das Schloss net auf, dann hielt er die Tasche verkehrt rum, und es fiel alles raus – und dazu immer sein unglaublicher Dackelblick.

Die Komparsen lagen am Boden vor Lachen, und wir brauchten etliche Klappen, bis wir die Szene im Kasten hatten.

Michaela May: Er war der unperfekte Held

Michaela May (64), spielte die Liebschaft Lilly: Ich habe Helmut bei den Dreharbeiten zum Monaco Franze kennengelernt, und er ist ein Freund geblieben. Er rief häufiger an („Hast kurz Zeit?“), und wir ratschten dann im Augustiner-Biergarten. Helmuts Art, seine Gemütlichkeit übertrug sich sofort. Man vergaß mit ihm die Zeit.

Er ließ sich gerne von den Frauen beschmeicheln – klagte oft über seinen Rücken, gab seine Schwächen gerne zu. Er war nicht der Supermann, sondern der unperfekte Held. Und: Er konnte stundenlang auf einer Bank sitzen, Dinge beobachten und punktgenau treffend mit seiner Wehmut und seinem Witz formulieren.

Lesen Sie hier außerdem ein großes Interview mit dem „Spatzl“ Ruth Maria Kubitschek.

Matthias Bieber, Mike Eder

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