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Patrick Dempsey mit unserem Reporter Dierk Sindermann.

Traummann und Herzensbrecher

Interview: Patrick Dempsey über Dating-Apps und das Beziehungs-Gewürz

Los Angeles - Patrick Dempsey ist zurück: Viele hatten schon befürchtet, er würde seine Schauspielerkarriere an den Nagel hängen. „Totaler Quatsch“, sagt der 50-Jährige im Interview.

Es ist eine frohe Botschaft für alle, die „Dr. McDreamy” nachtrauern. Es gibt ein Wiedersehen mit dem Traummann aus „Grey’s Anatomy“. Im Kino. Der Hollywood-Beau spielt in „Bridget Jones‘ Baby“ einen - na, was schon - Herzensbrecher.

Wie war es, plötzlich Teil der Bridget Jones-Welt zu sein?

Patrick Dempsey: Ich war sehr nervös. Die ersten beiden Folgen waren ja sehr erfolgreich, und die anderen Kollegen kannten sich alle. Aber ich wurde total gut aufgenommen, und wir haben schnell zusammen einen tollen Rhythmus gefunden. Ich wurde schneller zum Teil des Filmes, als ich gedacht habe.

Sie haben nach dem Aus bei “Grey’s Anatomy” eine Hollywood-Pause eingelegt.

Dempsey: Ich habe mich erst einmal voll auf meine Rennfahrerkarriere konzentriert und bin ja beim 24 Stunden Rennen von Le Mans sogar als Zweiter auf dem Podium gelandet. Darauf war ich schon ziemlich stolz. Es war ein 15 Jahre langer Weg dorthin. Ich habe aus meiner großen Leidenschaft eine wirkliche Erfolgsgeschichte gemacht. Das befriedigt mich sehr.

#DempseyChallenge @thedempseycenter @nealkarlinsky

Ein von Patrick Dempsey (@patrickdempsey) gepostetes Foto am

Es gab schon Gerüchte, dass Sie die Schauspielerei ganz an den Nagel hängen würden.

Dempsey: Ich weiß. Aber die waren totaler Quatsch. Glauben Sie mir, ich war sehr happy, wieder am Set zu sein. Ich brauche es einfach, vor der Kamera zu stehen.

Was wollten Sie eigentlich als Junge werden – Schauspieler oder Rennfahrer?

Dempsey: Weder noch. Ich wollte Skifahrer werden. Ingemar Stenmark und Franz Klammer waren meine großen Idole. Dann sah ich ein Interview mit Stenmark, wo er erzählt hat, dass er im Sommer auf einem Einrad trainiert. Ich habe mir dann auch eins zu Weihnachten schenken lassen und wurde so gut darauf, dass mich jeder in meiner Stadt kannte. Da hab‘ ich dann gemerkt, wie gerne ich vor anderen auftrete und eine Show abziehe. Es war der Grundstein für die Schauspielerei.

Dank der Sie zum Weltstar wurden. In „Bridget Jones’s Baby“ sind Sie der Erfinder einer Dating-App. Haben Sie so etwas auch schon mal ausprobiert?

Dempsey: Also nicht in echt, weil es die noch nicht gab, bevor ich meine Frau kennen gelernt habe. Aber ich habe ein paar Apps fürs Rollenstudium analysiert, um zu sehen, wie das Ganze funktioniert. Ich bin eher skeptisch, ob sich diese Form des modernen Datings auf Dauer durchsetzen wird. Man kann einfach zu viel damit manipulieren und sich zu einer anderen Person machen.

Viele der Apps versuchen potentielle Partner zu verbinden, die möglichst viel gemeinsam haben. Ist das eine gute Idee oder sind es eher Gegensätze, die einen anziehen?

Dempsey: Ich persönlich glaube, dass Gegensätze das Salz in der Suppe sind. Sie zwingen dich, aus deiner normalen Routine auszubrechen und Dinge für den anderen zu tun, die du sonst nicht tun würdest. Wenn man anders tickt als der Partner kann man einfach viel mehr erleben. Es ist die Würze und gleichzeitig auch die Herausforderung für eine Beziehung.

Was machen Sie, um Ihre Frau Jillian nach 17 Jahren Ehe zu überraschen?

Dempsey: Mit Blumen aufkreuzen, kommt immer gut an (lacht). Einfach mal etwas ungewöhnliches, überraschendes tun, was uns aus unserer normalen Routine herausbringt. Das ist für mich der Schlüssel.

Photo courtesy of @nina.clare suit @Ferragamo

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Sie sind also ein Mann, der weiß, was seine Frau braucht.

Dempsey: So hab ich das nicht gesagt. Als Mann musst du immer daran denken, dass du in solchen Sachen ein Anfänger bist und immer noch lernen musst. Egal wie lange du in einer Ehe bist. Im letzten Jahr habe ich viel gelernt, was das angeht. Man darf einfach nicht alles als selbstversändlich ansehen, was der Partner einem gibt und ermöglicht.

Und das haben Sie getan?

Dempsey: Es ist leicht, sich eine Routine anzugewöhnen. Insbesondere wenn man eine Karriere und Kinder hat. Was ich begriffen habe ist, dass man einfach mal innehalten und den Anderen für seine Leistungen wirklich schätzten muss. Oft sind es nette Gesten, die kleinen Dinge im Leben, die eine Beziehung frisch halten.

Was für kleine Dinge?

Dempsey: Es beginnt damit, dass man während des Tages einfach nur mal an den Partner denkt und am besten mal kurz anruft und „Hi“ sagt. Einfach, um herauszufinden wie der Tag für ihn ist. Wenn der andere schlecht drauf ist, dann bringt man abends mal Blumen mit oder so. Ganz wichtig ist, den Partner mit in sein Leben mit einzubeziehen. Man teilt seine Erfolge und seine Misserfolge, das schweißt zusammen.

Besonders auf Social Media wurde viel darüber spekuliert, wie es um Sie und ihre Ehe steht. Wie gehen Sie damit um?

Dempsey: Ich versuche, nichts davon zu lesen. Jeder kann heutzutage ohne Konsequenzen die fiesesten Falschheiten als Kommentar hinterlassen. Und wenn man sich dann von Leuten, die einen gar nicht kennen, runterziehen lässt – dann ist das der falsche Weg. Aber ich benutze und mag Instagram, besonders wenn man für seine Projekte werben will. Das lasse ich mir nicht vermiesen.

Go see the movie tonight !Those little thieves. Photo @nina.clare #bridgetjonesbaby

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Könnten Sie sich vorstellen, noch einmal in einer Serie mitzuspielen?

Dempsey: Ich würde niemals nie sagen. Doch im Moment bin ich sehr froh, wie sich meine Karriere entwickelt hat. Ich habe selbst drei Fernsehprojekte mitproduziert und die Rechte bereits an Kabelsender verkauft. Und ich arbeite an zwei Filmen, die ich auch produzieren will. Das sind riesige Herausforderungen, die sehr aufregend sind.

Sie haben Anfang des Jahres die Schwelle zum halben Jahrhundert überschritten…

Dempsey: …und ich finde es immer noch surreal, die 50 hinter meinem Namen zu sehen. Es macht für mich keinen Sinn. Ich fühle mich besser als je zuvor. Deshalb bin ich wirklich happy mit meinem Leben. Scheinbar wird vieles mit dem Alter wirklich besser – zumindest für mich.

Dennoch geht das Altern an niemand spurlos vorrüber.

Dempsey: Glauben Sie mir, ich weiß das. Ich habe drei Kinder, die mir meine körperlichen Mängel gerne vorhalten. Da brauche ich keinen Spiegel (lacht).

Sie haben im Film einen One-Night-Stand mit Bridget Jones, der ziemlich große Konsequenzen hat. Haben Sie so was ähnliches auch schon mal privat erlebt?

Dempsey: Ob ich schon mal einen One-Night-Stand hatte?(lacht) Also ich sag‘ mal so, ich musste mich noch nie mit solchen riesigen Auswirkungen wie im Film herumschlagen.

Interview: Dierk Sindermann

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