Prinz William, EU-Gipfel, Brexit
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Hat Prinz William da etwa die politische Neutralität verlassen? Heiße Diskussion um mögliche Rede vom Prinzen über den "Brexit".

Partnerschaft ist wichtig für den Prinzen

Riesen-Ärger für Prinz William

London - Das gibt Ärger für den Prinzen: Prinz William hat bei einer Veranstaltung eine Rede gehalten. Vieles deutet daraufhin, dass er im Streit um den "Brexit" klar Stellung bezogen.

Der Duke of Cambridge hat im Foreign and Commonwealth Office (zu dt.: Amt für Angelegenheiten des Auswärtigen und des Commonwealth) eine Rede gehalten. Und bekommt dafür jetzt mächtigen Ärger von allen Seiten. Normalerweise mischt sich das britische Königshaus nicht in politische Entscheidungen ein. So dürfen die Queen, Prinz Charles oder Prinz William politisch keine klare Stellung beziehen, um somit eventuell die britischen Wähler zu beeinflussen.

Theoretisch zumindest. Prinz Charles ist bekanntlich schon öfter aus der Rolle gefallen und hat sich zu politischen Themen öffentlich geäußert. So hat er beispielsweise sechs Briefe an verschiedene Minister geschickt und darin seine Meinung zu politischen Themen vom Klimaschutz bis zum Krankenhaus-Essen mitgeteilt. Sohnemann Prinz William, der Mann von Herzogin Kate, scheint sich seinem Vater nun anzuschließen und auf die politische Neutralität zu pfeifen.

Äußert sich Prinz William zum "Brexit"?

In besagter Rede vor britischen Diplomaten im Foreign and Commonwealth Office hat Prinz William sich dafür ausgesprochen, dass gerade in diesen Zeit die verschiedenen Länder zusammen halten müssten: "Gerade jetzt müssen die großen Fragen, mit denen wir zu kämpfen haben - in der UN, dem Nahen Osten und anderswo - dadurch gelöst werden, indem man gemeinsam zusammen arbeitet. In der Partnerschaft mit anderen."

Für Spekulanten ist diese Rede eindeutig eine politische Positionierung von Prinz William zur Frage des "Brexits", also des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union. Im UK wird demnächst darüber abgestimmt, ob Großbritannien in der Europäischen Union bleiben soll. Da sollte das britische Königshaus also äußerste Neutralität bewahren. Doch Prinz William scheint das anders zu sehen. Zwar betont der Kensington Palace im Nachhinein, dass in der Rede von Prinz William nicht die Rede von der EU oder dem "Brexit" gewesen wäre. Ein Sprecher betont dem Guardian zufolge: "Er hat das Wort 'Europa' nicht ein einziges Mal erwähnt."

Prinz William positioniert sich Pro-EU

Die Aufregung ist dennoch riesig, denn in die Worte von Prinz William, die sich hauptsächlich um Zusammenarbeit und Partnerschaft drehen, kann durchaus einiges hinein interpretiert werden. Vor allem in Bezug auf die Europäische Union. Immerhin nannte Herzogin Kates Mann die Worte Partner und Partnerschaft mindestens sechs Mal. Und wenn man an Großbritanniens Partner denkt, kommen einem eigentlich sofort die Länder der Europäischen Union in den Kopf.

Die Downing Street, der Sitz des britischen Premierministers David Cameron, schien offenbar keinerlei Kenntnisse über die Inhalte von Williams Rede zu haben. Somit war die Regierung wohl nicht daran beteiligt, Prinz William auf die Pro-EU-Seite zu ziehen und ihn darum zu bitten öffentlich einen Wink mit dem Zaunpfahl zu geben.

Lange und stolze Tradition nicht einfach aufgeben

"Ich denke, ich möchte mir einen Moment Zeit nehmen, um etwas über unsere gemeinsamen Werte zu sagen: Internationalismus, Toleranz und Unterstützung", erklärte Prinz William in seiner Rede. Er betonte zudem, dass Großbritannien eine lange und stolze Tradition in Sachen Verbündung mit Alliierten und anderen Partner habe. Das klingt ganz danach, als würde sich der britische Thronfolger Nummer Zwei deutlich dafür aussprechen, eine Partnerschaft mit der EU nicht leichtsinnig aufs Spiel zu setzen. Der britische Wähler sollte sich demnach wohl genau überlegen, ob er eine solche Tradition an Partnerschaften brechen will.

Riesen Ärger für Prinz William

Prinz William hat sich also nicht direkt in die Politik eingemischt, doch wer zwischen den Zeilen lesen kann, kann bei dieser Rede durchaus den Bezug zur "Brexit"-Diskussion finden. Ein No-Go für einen britischen Royal, aber das liegt wohl in der Familie. Außerdem muss gerade der königliche Nachwuchs ja nicht alles genauso machen, wie es die Altvorderen tun und in den vergangenen Jahren und Jahrhunderten getan haben. Vielleicht darf sich die Welt auch einmal wieder darüber freuen, dass die Queen "not amused" ist. Das britische Königshaus ist ja bekanntlich immer wieder für Schlagzeilen gut. Erst kürzlich kursierte das Gerücht, dass sich Prinz William von Herzogin Kate scheiden lassen möchte, wenn diese nicht noch ein drittes Kind haben will. Geäußert hat sich der Kensington Palast dazu aber natürlich nicht.

Ob es zu einem "Brexit" kommt, wird dieses Jahr von den Briten in einer Abstimmung entschieden. Doch der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag könnte einige wichtige Weichen für die Entscheidung der britischen Wähler stellen. Alle aktuellen Informationen zum EU-Gipfel gibt es im Live-Ticker. Auch verschiedene Spitzenpolitiker warnen vor einem "Brexit", da auch die Wirtschaft dadurch deutlich beeinflusst werden könnte.

Video: Die umstrittene Rede von Prinz William

Nicht nur seine Reden könnten für diplomatische Verstimmungen sorgen, auch Prinz Williams Haarprobleme sollen derzeit ganz oben auf der Agenda der Queen stehen. Die britische Monarchin plant anscheinend ihrem Enkel eine Haartransplantation für 27.000 Euro zu spendieren.

mt

Madita Tietgen

Madita Tietgen

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Kommentare

vico
(0)(0)

Vielleicht sollten sich die Engländer - wohlgemerkt, nicht die Schotten, das ist eine andere Rasse - einen Eunuchen zum König nehmen, als Grüß Gott Monarchen, allen wohl und niemand weh.