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Justin Timberlake mit tz-USA-Korrespondent Dierk Sindermann.

US-Superstar singt im Animations Musical

Timberlake im Interview: So hat ihn sein Kind verändert

Los Angeles - Justin Timberlake singt für Kinder - und das nicht nur für seinen Neugeborenen. Der Sänger hat einen Auftritt beim Musical „Trolls“ und spricht in unserer Zeitung über Elternschaft.

Kaum ist er selbst Vater, singt er für Kinder. Allerdings hat Justin Timberlake kein Album für Kids herausgebracht – zumindest noch nicht. Vorerst können ihn Klein und Groß im Animation Musical „Trolls“ singen hören

Sie haben seit letzten April einen Sohn. Wie läuft es mit dem kleinen Silas?

Justin Timberlake: Ich muss zugeben, dass Vaterschaft zum Fürchten ist. Weil du zum Teufel keine Ahnung hast, was du tust. Du musst alles selbst rausfinden. Auf der anderen Seite lässt mich mein Kind die Welt in einem völlig neuen Licht sehen – einem helleren und viel schöneren. Es ist besser als ich es mir jemals ausgemalt habe. Und hat aus mir einen viel besseren Menschen gemacht.

Wie geht das?

Timberlake: Als Vater realisiert man, dass man früher nicht immer das Beste aus sich herausgeholt hat. Ich habe beschlossen, noch mehr Möglichkeiten, die mir im Leben geboten werden, zu nutzen.

Was bedeutet für Sie Glück?

Timberlake: Für mich gibt es kein größeres Glück, als mit meinem Sohn zusammen zu sein. Und natürlich auch mit meiner restlichen Familie. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung. Man bleibt mehr denn je auf den Boden. Weil man jeden Tag als Eltern Fehler macht. Damit das Ego bloß nicht zu groß wird.

Wenn Sie auf Ihre eigene Kindheit und Erziehung zurück schauen, was haben Sie fürs Leben mitbekommen?

Timberlake: Meinen Drive. Meine Mutter hat mich als Kind ziemlich gepusht, was mir nichts ausgemacht hat. Für sie gab es keine Grauzone. Wenn man sich für etwas entschlossen hatte, zog man das voll bis zum Ende durch. Diese Einstellung hat mir im Leben sehr geholfen.

Sie leihen einem übelgelaunten Troll die Stimme. Was verdirbt Ihnen persönlich die Laune?

Timberlake: Alles was anfällt, bevor ich morgens meinen Kaffee hatte. Dann bin ich unausstehlich. Und der Verkehr in Los Angeles bringt mich auch regelmäßig in Rage.

Sind Sie aber sonst von Natur aus ein glücklicher Mensch?

Timberlake: Das ist eine wirklich gute Frage. Ich weiß es ehrlicherweise nicht. Wir gehen alle im Leben durch Phasen, in denen wir happy sind. Und durch andere, wo wir Dinge eher zynisch sehen. Immerhin bemerke ich es, wenn ich auf meinem Zyniker-Trip bin. Das ist ein Anfang. (lacht)

Wann sind Ihnen das letzte Mal die Tränen gekommen?

Timberlake: Ich bin ein echter Softie – es müssen nur die richtigen Umstände zusammen treffen. Zum Beispiel wie ich sehe, wie mein Sohn die kleinen Dinge des Lebens lernt. Dann öffnen sich bei mir die Schleusen. (lacht)

Außer Ihrem Kleinen und Ihrer Familie, ohne wen oder was können Sie nicht leben?

Timberlake: Eindeutig Musik. Sie zu hören, zu singen, das brauche ich einfach. Ich könnte mir keinen Tag auf Erden ohne sie vorstellen.

Wie fühlt es sich an, vor Tausenden von Fans auf der Bühne stehen?

Timberlake: Ich fühle mich frei. Oder freier als ich es sonst bin.

Ihre Hollywood-Karriere läuft auf Hochtouren. Woody Allen hat sie zum seinem neusten Star erkoren. Wie haben Sie das geschafft?

Timberlake (grinst): Ich weiß immer noch nicht, wie ich ihn so austricksen konnte. Ich darf in seinem neuen Film mitspielen. Als Rettungsschwimmer in den 50er Jahren.

Stimmt es eigentlich, dass man bei Allen für seine Rolle nie vorsprechen muss?

Timberlake: Das stimmt. Er hält nichts von herkömmlichen Auditions. Es war total surreal. Es geht damit los, dass man kein Drehbuch bekommt. Also geht man völlig unvorbereitet zum Treffen mit ihm. Er hat zusammen mit mir einen Dialog gelesen. Dann bin ich wieder gegangen und habe gewartet. Ich bin sehr stolz darauf, mit solch einem genialen Filmemacher zusammenarbeiten zu dürfen.

Sie sind in Hollywood und in der Musikbranche unheimlich erfolgreich. Gibt es etwas, was Sie noch unbedingt erreichen wollen?

Timberlake: Ja, endlich mal genug Schlaf zu bekommen (lacht). Aber ich habe bereits realisiert, dass man sich das als Eltern eh abschminken muss. Ich bin unglaublich stolz und glücklich über meine Karriere – dass sie schon so lange so gut läuft. Wichtig ist, dass man nicht stillsteht und immer auch mal neue Dinge probiert.

Zum Beispiel?

Timberlake: Auf jeden Fall will ich in Zukunft mehr Filme drehen, die auch für Kinder geeignet sind. Ich will, dass mein Sohn mich öfter auf der Leinwand sehen kann. Die Mehrheit meiner Projekte war ja eher was für 16 und älter. Und wer weiß, vielleicht nehme ich bald auch ein Album mit Kinderliedern auf.

Sie sind schon mit 9 ins Showbusiness gegangen. Wenn Sie zurückblicken, würden Sie es Silas auch erlauben so früh anzufangen, wenn er die Möglichkeit dazu hätte?

Timberlake: Ich weiß es nicht. Er ist ja auch er 16 Monate alt und ich habe mir über so was noch keine Gedanken gemacht. Grundsätzlich werde ich ihn in allem unterstützen, an dem er interessiert ist. Ich will ihm alles im Leben ermöglichen.

Denken Sie manchmal, Sie haben etwas verpasst, weil sie keine normale Kindheit hatten?

Timberlake: Natürlich gibt es Dinge, die man gerne mitgemacht hätte. Aber wem geht so etwas bei Rückblicken nicht so? Ich schätze mich sehr glücklich, was für ein tolles, außergewöhnliches Leben ich in meinen 35 Jahren bislang hatte.

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