Kino, Tom Hardy, Legend
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Tom Hardy spielt in Legend gleich beide Kray-Brüder, hier zusammen mit seiner Film-Frau Frances Shea (Emily Browning.

Trailer zum Film

Der doppelte Tom Hardy: 50er-Jahre-Gangster in "Legend"

Berlin - Nein, man sieht nicht doppelt, wenn man sich "Legend" anschaut. Tom Hardy spielt einfach gleich zwei Zwillinge aus den 50er Jahren. Und erzählt die Geschichte einer Verführung.

Wie der Adel seien die Gangster: Beide Gruppen leben in ihren Welten der glamourösen Dekadenz und scheren sich nicht um bürgerliche Moralvorstellungen. „Legend“ lässt einen seiner (Anti-)Helden sehr klar formulieren, worin für die gesetzestreue Masse die ewige Faszination des organisierten Verbrechens besteht – und damit die Faszination der Gangster-Filme.

Brian Helgelands („L. A. Confidential“) Rückkehr zu dem Genre versteht es, diese Verführungskraft nachvollziehbar zu inszenieren: Die ganze erste Hälfte von „Legend“ ist ein großes Vergnügen. Die Kray-Zwillinge waren im England der Fünfziger- und Sechzigerjahre sowas wie Stars. Aus bescheidenen East- End-Verhältnissen stammend, hatten sie es im Swinging London zu Nachtclub-Besitzern gebracht, posierten mit den Reichen und Schönen. Und betrieben nebenher Erpressung und Mord.

Peter Medak hat das 1990 schon einmal verfilmt; „The Krays“ war mit den Kemp-Brüdern (Spandau Ballet) besetzt; war britischer, mehr an den gesellschaftlichen und mythischen Dimensionen interessiert. „Legend“ verlegt sich auf die Charakterzeichnung – und Tom Hardy darf als der smarte Reginald und der psychotische Ronald brillant beweisen, dass er einer der subtil wandlungsfähigsten Darsteller seiner Generation ist.

Zum Glück ist „Legend“ dabei nicht selbstverliebt stolz aufs digitale Kino, vertraut meist auf die traditionellen Zaubertricks von Schnitt und Doubles. Wodurch Hardy sich schauspielerisch nie technischen Anforderungen unterordnen muss. Der Film ist die Geschichte einer Verführung: Wir folgen dem Werben Reggies um Frances (Emily Browning), der Heirat, der anfänglichen Euphorie. Vielleicht hätte „Legend“ diese Perspektive konsequenter durchhalten sollen, statt die Standard-Szenen in der Gangster-Männerwelt abzuspulen. Denn wenn dann die unvermeidliche Ernüchterung kommt, der Charme von Geld und Macht nackter Gier und Gewalt weicht – wirkt der Film eher kleinbürgerlich.

„Legend“

mit Tom Hardy

Regie: Brian Helgeland

Laufzeit: 131 Minuten

Urteil: Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „L. A. Confidential“ mochten.

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