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Eddie Redmayne (links) brilliert in "The Danish Girl" als erste Transgender-Frau.

Oscarverdächtige Transgender-Darstellung

Unser Film der Woche: "The Danish Girl" mit Eddie Redmayne

Berlin - "The Danish Girl“ erzählt von der ersten Transgender-Frau – die Titelrolle macht Eddie Redmayne zum Oscar-Anwärter.

Vorsichtig streicht er über den Stoff. Wie eine behutsame, unendlich zärtliche Liebkosung sieht es aus, wenn die Fingerspitzen von Einar über Seide und Spitze gleiten, in seinen Augen blitzt ein sehnsuchtsvolles Leuchten auf. Es ist ein denkwürdiger, intimer Augenblick, von dem an Einar allmählich verschwindet, und Lili erwacht.

Lili, das ist die Frau, als die sich der dänische Maler Einar Wegener tatsächlich fühlt. Das Thema Transgender hat nicht nur aus gesellschaftspolitischen Motiven mittlerweile völlig zu Recht eine gewisse Relevanz im Kino. Transgender-Filme bieten den Darstellern auch immer eine oscarwürdige Bühne, wenn man nur an die Nominierungen von Glenn Close und Janet McTeer für „Albert Nobbs“ (2011) denkt oder an den Oscar-Preisträger Jared Leto für seinen Part in „Dallas Buyers Club“ (2013).

Der britische Regisseur Tom Hooper („The King’s Speech“) hat über den wahren Fall der Künstlerin Lili Elbe aus dem Kopenhagen der Zwanzigerjahre einen fesselnden, wenn auch sanft verzerrten Kostümfilm gedreht. Denn tatsächlich vollzog sich die Wandlung von Einar zu Lili innerhalb einiger Jahrzehnte und nicht nur innerhalb weniger Jahre. Schillerndes Zentrum des feinfühlig umgesetzten Films ist der Brite Eddie Redmayne. Im Frühjahr 2015 erhielt er den Academy Award für seine mitreißende Interpretation des Stephen Hawking in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“. Ende Februar könnte der nächste Oscar als bester Hauptdarsteller folgen, für sein ergreifendes Spiel als Einar/ Lili. Für den Golden Globe, deren Verleihung immer auch Oscar-Prognose ist, wurde er bereits nominiert.

Tom Hooper nimmt seinen Hauptdarsteller porentief genau ins Visier. Jede Geste, jeder Blick Redmaynes passt perfekt.

Doch „The Danish Girl“ ist weniger ein Biopic der ersten Transgender-Frau, sondern in erster Linie eine tiefe, ungewöhnliche Liebesgeschichte. Redmayne und seine Filmpartnerin Alicia Vikander (ebenso eine veritable Oscar-Kandidatin) als Einars Gattin Gerda blicken sich zwar immer mit etwas zu tränenfeuchten Augen an, können sich aber in diesem erlesen bebilderten Beziehungsdrama locker das Wasser reichen. Und Hooper trifft – bis auf die letzten, im Kitsch schier ertränkten Minuten – immer den richtigen Ton, kraftvoll, emotional, aber auch angemessen zurückhaltend und dezent.

„The Danish Girl“

mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander, Sebastian Koch

Regie: Tom Hooper

Laufzeit: 120 Minuten

Urteil: Hervorragend

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Albert Nobbs“ mochten.

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