Filmkritik und Trailer

"Väter und Töchter" - eine Holzschnitt-Schnulze

„Väter und Töchter“ mit Russel Crowe scheint aus lauter Logiklöchern gestrickt. Hier gibt's die Filmkritik und den Trailer.

Sieht aus wie Nicolas Sparks, fühlt sich an wie Nicolas Sparks – ist aber ein waschechter Gabriele Muccino. Der italienische Regisseur hat zwar bisher noch keinen Roman von Schnulzenautor und -produzent Sparks inszeniert, sondern nur ähnlich sonnendurchfluteten und scheinheiligen Sepiaschleim wie „Das Streben nach Glück“. Mit diesem süßlich-sentimentalen Film empfiehlt er sich allerdings für das Genre. Doch ärgerlicher als die bieder-gefällige Kamera ist die holzschnittartige Dramaturgie der an sich ja gar nicht so schlechten Geschichte.

Vater Jack (Russell Crowe), ein gefeierter Schriftsteller, ist schuld am Unfalltod seiner Frau und verfällt in Depressionen. Die erschweren auch das Leben mit der geliebten Tochter Katie. Die größten Fragen bleiben bis zum Ende des Films unbeantwortet: Ist aus dem bezaubernden Mädchen nun eine eiskalte Nymphomanin geworden, weil ihre Mutter zu früh ums Leben kam? Weil ihr Vater kurz danach verstarb? Oder weil sie von ihrer aalglatten Tante (Diane Kruger) adoptiert wurde?

Aber auch sonst hinterlässt „Väter und Töchter“ ein flaues Gefühl. Das liegt zum Großteil an der enormen Wucht, mit der sich Russell Crowe in seinen Part des lebensmüden Pulitzer-Preisträgers stürzt, als gelte es sein Leben. Und an der Gleichgültigkeit, mit der seine erwachsene Filmtochter Amanda Seyfried im Gegensatz dazu ihre Rolle gestaltet. Crowe zittert und schwitzt, schreit und kämpft in einem an den Haaren herbeigezogenen Gerichtsverfahren um das Sorgerecht für seine Tochter. Doch den Zuschauer rührt das alles kaum. Das Drehbuch scheint aus lauter Logiklöchern gestrickt zu sein, um die herum Muccino einfach nur seine Starriege angeordnet hat.

Rubriklistenbild: © Spoton Distribution/ dpa

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